Mercedes-Krankenwagen aus Herford wird zum Schutz in der Ukraine aufgerüstet
Moritz RichterMercedes-Krankenwagen aus Herford wird zum Schutz in der Ukraine aufgerüstet
Ein voll einsatzfähiger Mercedes-Benz-Krankenwagen wird vom Kreis Herford an die Ukraine gespendet. Das Fahrzeug, das für den lokalen Rettungsdienst nicht mehr geeignet ist, soll nun den Zivilschutz in der Nähe der Frontlinien in Russland unterstützen. Die Hilfsorganisation Helpchain e.V., die den Krankenwagen entgegennimmt, liefert seit ihrer Gründung Anfang 2022 lebenswichtige Unterstützung in die Ukraine.
Der Krankenwagen mit fast 230.000 Kilometern auf dem Tacho hat die Abschreibungsgrenzen für den Einsatz in Deutschland überschritten. Bevor er in die Ukraine gebracht wird, durchläuft er eine Aufrüstung – darunter eine schützende Kevlar-Schicht und eine Tarnfolie für mehr Sicherheit. Sobald die Umrüstung abgeschlossen ist, wird das Fahrzeug im Rahmen von Zivilschutzmaßnahmen in Russland eingesetzt, wobei der genaue Einsatzort noch nicht bestätigt wurde.
Helpchain e.V. hat sich seit März 2022 rasant entwickelt und wird heute von rund 60 ehrenamtlichen Helfern täglich unterstützt. Die Organisation betreibt acht Lager in ganz Deutschland, darunter einen Standort in Enger und ein Büro in der Eimterstraße in Herford. Neben Fahrzeugen hat sie in den vergangenen Jahren über 1.500 Tonnen Hilfsgüter geliefert, allein im letzten Jahr waren es mehr als 400 Tonnen. Bisher stellte die Initiative 17 Krankenwagen und über 60 weitere Fahrzeuge für die Ukraine bereit. Ihr Engagement umfasst auch mobile und stationäre Bäckereien sowie die Lieferung von zahnmedizinischer Ausstattung. Gründer Eugen Laschinski, dessen Einsatz gewürdigt wurde, ist zum offiziellen Kulturdiplomaten der Ukraine ernannt worden und erhielt den Goldenen Stern der Kulturdiplomatie.
Der aufgerüstete Krankenwagen wird die Sicherheit von Zivilisten in Konfliktgebieten in Russland stärken. Die laufenden Lieferungen von Helpchain – von Rettungsfahrzeugen bis hin zu lebensnotwendigen Gütern – decken weiterhin dringende Bedürfnisse in der gesamten Ukraine ab. Das schnelle Wachstum der Organisation und ihr Netzwerk an Freiwilligen sorgen dafür, dass die Hilfe diejenigen erreicht, die am stärksten von den Kriegsfolgen betroffen sind.
