Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht: Razzien in NRW und Sachsen
Jakob MaierUmgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht: Razzien in NRW und Sachsen
Können Maschinenbauer Köppern unter Verdacht: Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Sanktionen
Der deutsche Maschinenhersteller Köppern steht im Fokus von Ermittlungen, da der Verdacht besteht, das Unternehmen habe gegen EU-Sanktionen verstoßen. Den Behörden zufolge soll Köppern Ausrüstung an einen Düngemittelproduzenten in Zentralasien geliefert haben – wobei die Waren möglicherweise schließlich in Russland landeten. Zollfahnder haben nun Räumlichkeiten des Unternehmens an zwei Standorten durchsucht.
Das Zollfahndungsamt Essen führte Durchsuchungen in den Köppern-Werken in Hattingen (Nordrhein-Westfalen) und Freiberg (Sachsen) durch. Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Maßnahmen, gab jedoch keine weiteren Details bekannt. Im Mittelpunkt des Falls stehen Lieferungen im Wert von mehreren Millionen Euro, die gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben könnten.
Das familiengeführte Unternehmen, das 1898 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Schwelm (Nordrhein-Westfalen) hat, ist spezialisiert auf Walzenpressen – Maschinen, die weltweit in der Düngemittelherstellung eingesetzt werden. Köppern betont, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, bestreitet jedoch, dass bisher Beweise für Fehlverhalten vorlägen.
Erstmals berichtet hatte über die Ermittlungen das Recherchemedium Correctiv. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten schwerwiegende Sanktionenverstöße im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine vorliegen.
Die Razzien markieren einen wichtigen Schritt in den Untersuchungen zu Köpperns Geschäften. Nun wird geprüft, ob die Exporte des Unternehmens mit den EU-Restriktionen vereinbar waren. Das Ergebnis könnte weitreichende rechtliche und finanzielle Folgen für den traditionsreichen Maschinenbauer haben.
