Mainzer Fastnacht 2025: Erste Protokollführerin sorgt mit scharfer Satire für Eklat
Jakob MaierFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht 2025: Erste Protokollführerin sorgt mit scharfer Satire für Eklat
Die Mainzer Fastnachtsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" 2025 hat mit ihrer scharfen politischen Satire für Aufsehen gesorgt. Zum ersten Mal in fast 200 Jahren führte eine Frau, Christina Grom, das Protokoll der Veranstaltung – und ihre Witze kannten keine Schonung. Zu den Zielscheiben gehörten Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der ehemalige US-Präsident Donald Trump.
Einer von Groms meistdiskutierten Sprüchen forderte den Himmel auf, Trump mit der Gutenberg-Bibel "einen ordentlichen Schlag" zu verpassen – eine Anspielung auf die historische Verbindung zwischen Mainz und Washington.
Die Sitzung, eine langjährige Mainzer Tradition, sah Jürgen Wiesmann in seiner 25. Rolle als Ernst Lustig zurückkehren, eine beliebte Karnevalsfigur. Auch Andreas Schmitt stand wieder als Moderator auf der Bühne und beendete die Show in der Rolle des "Hohen Altardiener" des Mainzer Doms. Mit einem augenzwinkernden Gruß an Papst Leo XIV. mahnte er Fortschritte bei der Gleichberechtigung der Geschlechter an.
Groms Satire löste schnell Gegenreaktionen aus. Am 10. Februar 2025 kritisierte Friedrich Merz den Auftritt auf X (ehemals Twitter) als "geschmacklos und verleumderisch". Einen Tag später verurteilte Markus Söder die Darbietung in einer Presseerklärung als "Hassrede" und kündigte eine rechtliche Prüfung an. Stand 12. Februar 2026 hatte sich Trump selbst noch nicht öffentlich zu den Witzen geäußert.
Mit ihrer Mischung aus Tradition und frecher Komik rückte die Mainzer Sitzung erneut in den Fokus. Während einige Groms Führung und Scharfzüngigkeit feierten, fragten andere, ob die Satire diesmal zu weit gegangen sei.
Die Fastnachtsitzung 2025 wird als historisch in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der ersten Protokollführerin, sondern auch wegen der heftigen Reaktionen, die sie auslöste. Groms Spitzen gegen Trump, Merz und Söder sorgten für Schlagzeilen, während die Veranstalter an der Tradition der unzensierten Satire festhielten. Rechtliche Konsequenzen könnten folgen, doch die Show hat sich bereits einen festen Platz in der diesjährigen Karnevalssaison gesichert.
