Lünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Gedenkrundgang durch die Stadt
Lukas WolfLünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Gedenkrundgang durch die Stadt
Am 27. Januar 2026 versammelten sich etwa 100 Menschen in Lünen, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Der Gedenkrundgang fand anlässlich des bundesweiten Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt und führte zu historischen Orten in der gesamten Stadt. Die von lokalen Initiativen organisierte Veranstaltung sollte das Andenken an die Verfolgten durch gemeinsame Geschichten und Musik wachhalten.
Der Rundgang begann auf dem Evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße, wo Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eine Eröffnungsrede hielt. Sie betonte die Bedeutung der lokalen Erinnerungskultur und die gesellschaftliche Verantwortung, die Vergangenheit niemals zu vergessen.
Die Route führte die Teilnehmenden zur Viktoriaschule, zum Hauptbahnhof und zu mehreren Standorten mit Stolpersteinen. Mindestens sechs dieser Messing-Gedenktafeln, die in den Gehweg eingelassen sind, erinnern an die jüdische Familie Rosenbaum in der Borker Straße 5. Möglicherweise gibt es weitere, doch eine offizielle Gesamtzahl steht noch aus.
An jedem Haltpunkt berichteten Vertreter der Initiative Stolpersteine Lünen, des Stadtmuseums und lokale Gästeführer über historische Zusammenhänge und persönliche Schicksale. Das Lünen-Süd-Blasorchester begleitete den Rundgang musikalisch und schuf eine nachdenkliche Atmosphäre.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Treffen im Gemeindezentrum St. Georg. Die Organisatoren kündigten an, den Gedenkrundgang künftig jährlich durchzuführen und damit Lünens Engagement für die Erinnerungskultur zu festigen.
Der Rundgang brachte Anwohner:innen, Historiker:innen und Musiker:innen zusammen, um über die Vergangenheit zu reflektieren. Durch den Besuch von Orten wie der Holocaust-Gedenkstätte an der Lippe verbanden die Teilnehmenden lokale Geschichte mit dem bundesweiten Gedenken. Als festes Format wird die Initiative dafür sorgen, dass diese Geschichten in Lünen weiter erzählt werden.
