27 January 2026, 00:07

Laumanns scharfe Kritik am Apothekenversorgungsgesetz erhöht Druck auf Bundesrat

Eine alte Postkarte mit einem deutschen Stempel, auf der der Text "Südtirol 1873" und die Zahl "10" steht.

Laumanns scharfe Kritik am Apothekenversorgungsgesetz erhöht Druck auf Bundesrat

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übt scharfe Kritik am Freitag am Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes

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Vor der Debatte des Bundesrates am Freitag hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erhebliche Bedenken gegen den aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes geäußert. Er monierte regulatorische Lücken und forderte zentrale Nachbesserungen, um Apothekerinnen und Apotheker sowie Patientinnen und Patienten besser zu unterstützen.

Laumann benannte mehrere Schwachstellen in dem Gesetzentwurf. Besonders problematisch sei das Fehlen einer Aufsichtsbehörde für Versandapotheken, wodurch ausländische Anbieter unkontrolliert agieren könnten. Ohne ein bestimmtes Land zu nennen, verlangte er eine Nachschärfung der Regelungen, um diese Anbieter stärker zu überwachen und zu identifizieren.

Kritisch äußerte sich der Minister auch zu den Plänen, die Vorschriften für Filialapotheken zu lockern. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit, am Prinzip der Apothekervorbehalts festzuhalten – also daran, dass Apotheken von approbierten Apothekern selbstständig geführt werden. Nur so lasse sich die Qualität und Verantwortung in der Arzneimittelversorgung sichern. Ein weiteres zentrales Thema ist das aktuelle Pauschalvergütungssystem für Apotheker. Laumann setzte sich für eine Umstellung auf verhandelte Honorare ein, um eine fairere Bezahlung in allen Bundesländern zu gewährleisten. Zudem forderte er eine größere Einheitlichkeit zwischen den Landesapothekerkammern, um Unterschiede bei der Abrechnung von Leistungen zu vermeiden.

Nordrhein-Westfalen selbst tritt für eine schlankere Apothekenbetriebsordnung ein. Das Land will Bürokratie abbauen, indem es sich auf Kernvorgaben konzentriert und Apothekern mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Betriebe einräumt. Laumann sprach sich außerdem für eine Dezentralisierung der Arzneimittellieferketten aus, um die Versorgungssicherheit zu stärken und Abhängigkeiten von zentralen Systemen zu verringern.

Am Freitag wird der Bundesrat über den Gesetzentwurf beraten – Laumanns Kritik erhöht den Druck auf Nachbesserungen. Seine Forderungen nach schärferen Kontrollen für Versandapotheken, gerechteren Vergütungsmodellen und mehr Eigenverantwortung für Apotheker könnten die finale Fassung des Gesetzes prägen. Die Beschlüsse werden maßgeblich beeinflussen, wie Deutschland die Apothekenbranche in den kommenden Jahren reguliert.