Laumann startet im Februar 2026 nach Insolvenz mit neuer Führung durch
Moritz RichterLaumann startet im Februar 2026 nach Insolvenz mit neuer Führung durch
Laumann, ein traditionsreiches Metallverarbeitungsunternehmen aus Hörstel, hat die Insolvenzbekanntmachungen überwunden – nach einer turbulentem Phase finanzieller Belastungen. Das Unternehmen wird am 1. Februar 2026 unter neuer Führung wiedereröffnet, nachdem ein umfassender Restrukturierungsprozess abgeschlossen wurde. Steigende Kosten und rückläufige Aufträge hatten Laumann Ende 2024 in die Eigenverwaltung gezwungen.
Die Probleme begannen mit explodierenden Energiepreisen und steigenden Lohnkosten, während die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens einbrach. Bis Ende 2024 blieb Laumann keine andere Wahl, als Insolvenz anzumelden. Ralf Ossege und Kevin Stockel übernahmen später die Führung und arbeiteten gemeinsam mit einem Insolvenzverwalter daran, die Kosten zu senken und das Unternehmen neu auszurichten. Zur Restrukturierung gehörte auch die Halbierung der Belegschaft – ein schmerzhafter, aber überlebensnotwendiger Schritt.
Die neue Geschäftsführung setzte auf Transparenz und hielt sowohl die Mitarbeiter als auch wichtige Kunden während des gesamten Prozesses auf dem Laufenden. Diese Strategie half, entscheidende Aufträge zu sichern und das Vertrauen zu bewahren. Mit einer schlankeren Struktur und neuem Investoreninteresse füllen sich die Auftragsbücher nun wieder.
Laumann ist kein Einzelfall: Zwischen Januar und Oktober des Vorjahres verzeichnete das Münsterland rund 500 Unternehmenspleiten, besonders betroffen waren die Kreise Steinfurt und Warendorf. Die DGB-Region Münsterland warnt, dass die wirtschaftliche Schwächephase in Deutschland weitere Insolvenzen in der Region auslösen könnte. Unterdessen hat auch die Metallgießerei Wilhelm Funke in Alfeld Ende Februar 2026 nach einer Umstrukturierung unter neuen Gesellschaftern und dem Insolvenzverwalter Ingo Thurm wieder eröffnet.
Die Wiederbelebung von Laumann markiert einen Neuanfang nach einer schwierigen Phase der finanziellen Sanierung. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf seine traditionellen Produktlinien, arbeitet aber mit einer effizienteren Struktur. Die erfolgreiche Neuaufstellung ist ein seltenes positives Signal inmitten der anhaltenden wirtschaftlichen Sorgen der Region.
