Landwirte in NRW droht Einkommenssturz um fast ein Drittel bis 2026
Moritz RichterLandwirte in NRW droht Einkommenssturz um fast ein Drittel bis 2026
Deutsche Landwirte stehen vor einem drastischen Rückgang ihrer Einkommen – für das kommende Wirtschaftsjahr wird mit einem Einbruch von fast einem Drittel gerechnet. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW) hat Prognosen veröffentlicht, die eine erhebliche finanzielle Belastung für konventionelle Vollerwerbsbetriebe zeigen. Viele schaffen es kaum noch, ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken, geschweige denn in ihre Betriebe zu investieren.
Die aktuelle Vorhersage, basierend auf Daten des NRW-Buchführungsrings, sagt für 2025/26 ein durchschnittliches Einkommen von 73.311 Euro pro Betrieb voraus – ein Rückgang um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei familiengeführten Höfen liegen die Gewinne bei etwa 70.000 Euro, was kaum ausreicht, um private Ausgaben, Steuern und Kreditrückzahlungen zu begleichen.
In den letzten Jahren haben steigende Produktionskosten für Düngemittel, Energie und Tierfutter die Gewinnmargen der Landwirte stark eingeschränkt. Gleichzeitig drücken niedrige Preise für Milch und Getreide die Erlöse. Verschärfte EU-Umweltvorschriften wie die Nitratrichtlinie und der Green Deal erhöhen den Druck zusätzlich. Extremwetterlagen – Dürren und Überschwemmungen – haben zudem Ernten und Produktivität beeinträchtigt.
Der anhaltende Ukraine-Krieg seit 2022 hat die Lage weiter verschärft, indem er Importe destabilisiert und die Preise in die Höhe getrieben hat. Trotz dieser Herausforderungen bleiben weitere Risiken bestehen, darunter mögliche Tierseuchen oder eskalierende Spannungen in Regionen wie dem Iran.
Angesichts sinkender Einkommen und steigender Kosten stecken viele Landwirte in einem Überlebenskampf fest, statt Wachstum zu planen. Die aktuellen Prognosen zeichnen das Bild eines Sektors unter massivem Druck, in dem selbst grundlegende Betriebsanforderungen immer schwerer zu erfüllen sind. Ohne Entlastung bleibt ungewiss, ob die Landwirtschaft langfristig tragfähig bleibt.