02 February 2026, 10:10

Krebssterblichkeit in NRW sinkt – doch regionale Unterschiede bleiben extrem

Eine Säulen-Diagramm, das den prozentualen Anteil der Menschen zeigt, die 2020 in den USA an Krebs erkrankt wurden, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, mit zusätzlichen Informationen oben.

Fast jeder Vierte stirbt an Krebs - Krebssterblichkeit in NRW sinkt – doch regionale Unterschiede bleiben extrem

Krebs bleibt in Nordrhein-Westfalen eine der häufigsten Todesursachen und ist für etwa jeden vierten Sterbefall verantwortlich. Im Jahr 2024 starben über 51.000 Einwohnerinnen und Einwohner an der Krankheit – doch die Gesamtsterblichkeit ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Neue Daten zeigen deutliche regionale Unterschiede: Einige Städte schneiden deutlich besser ab als andere.

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Die landesweite Krebssterblichkeit lag 2024 bei 284 Todesfällen pro 100.000 Einwohner und damit niedriger als noch vor einem Jahrzehnt, als 293 Todesfälle pro 100.000 verzeichnet wurden. Das durchschnittliche Sterbealter an Krebs betrug 75,3 Jahre.

Am häufigsten führten im vergangenen Jahr Krebserkrankungen des Verdauungssystems zum Tod. Sie machten 30 Prozent der Fälle bei Männern und 27,2 Prozent bei Frauen aus. An zweiter Stelle standen bösartige Tumore der Atmungsorgane, während Brustkrebs bei Frauen mit 16,5 Prozent die dritthäufigste Todesursache darstellte. Bei Männern waren Krebserkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane mit 12 Prozent der Todesfälle auf Platz drei.

Die regionalen Unterschiede bestehen fort, auch wenn sich die Kluft seit dem Jahr 2000 verringert hat. Bonn verzeichnete 2024 mit 218 Todesfällen pro 100.000 Einwohner die niedrigste Sterblichkeitsrate. Herne hingegen wies mit 345 Todesfällen pro 100.000 die höchste Rate auf. Historische Daten des Robert Koch-Instituts und des Krebsregisters NRW zeigen, dass Herne seit Langem erhöhte Werte (220–250 pro 100.000) aufweist – oft in Verbindung mit industrieller Umweltbelastung und sozioökonomischen Herausforderungen. Bonn hingegen hält seit Jahren niedrigere Raten (160–190 pro 100.000), was auf besseren Zugang zu medizinischer Versorgung und eine wohlhabendere Bevölkerung zurückgeführt wird.

Der Rückgang der Krebssterblichkeit in Nordrhein-Westfalen spiegelt allgemeine Fortschritte in Behandlung und Prävention wider. Dennoch unterstreichen die Daten anhaltende Disparitäten zwischen Städten wie Herne und Bonn. Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklungen weiterhin genau, insbesondere in Regionen mit hoher industrieller Belastung und sozioökonomischen Barrieren.