20 December 2025, 21:22

Krankenhausgewalt: Können Bodycams helfen, medizinisches Personal zu schützen?

Verschiedene Kameras verschiedener Typen mit Text oberhalb und unterhalb.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams helfen, medizinisches Personal zu schützen?

Krankenhausgewalt: Können Bodycams das Pflegepersonal schützen?

Zunehmende Angriffe auf medizinisches Personal: NRW-Kliniken testen Körperkameras als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo ihre Grenzen liegen.

  1. Dezember 2025, 18:36 Uhr

Das Dortmunder Krankenhaus plant bis 2026 die Einführung von Bodycams für Mitarbeiter:innen als Reaktion auf die steigende Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen. Die Maßnahme soll das Personal schützen und gleichzeitig Beweismaterial für strafrechtliche Ermittlungen liefern. Doch die Entscheidung wirft Fragen nach Wirksamkeit und möglichen Risiken auf.

In den Krankenhäusern Nordrhein-Westfalens hat die Gewalt in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Allein 2024 wurden 1.705 Vorfälle registriert – darunter Körperverletzungen, Raubüberfälle und Fälle rechtswidriger Freiheitsberaubung. Seit 2017 ist die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter:innen um 34 Prozent gestiegen, was die Kliniken nach neuen Sicherheitskonzepten suchen lässt.

Das Dortmunder Krankenhaus sieht in Bodycams sowohl ein Abschreckungsmittel als auch ein Instrument zur Deeskalation. Die Geräte sollen nur in kritischen Situationen aktiviert werden, wobei Betroffene vor Aufnahmebeginn informiert werden. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich des Patientendatenschutzes und des Umgangs mit den aufgezeichneten Daten. Nicht alle Klinikleitungen unterstützen den Plan. Einige Pflegedienstleitungen bezweifeln, ob Bodycams Aggressionen tatsächlich verringern – und verweisen auf gemischte Erfahrungen bei der Polizei. Studien deuten darauf hin, dass Kameras Konflikte mitunter sogar verschärfen können, statt sie zu verhindern.

Selbst bei einer Einführung wären Bodycams wohl nur ein Baustein in einem umfassenderen Sicherheitspaket, zu dem auch Schulungen für Mitarbeiter:innen und zusätzliches Personal gehören. Die Klinik räumt ein, dass es keine Patentlösung für das Problem gibt. Zwar könnten die Kameras wichtige Beweise für Strafverfahren liefern – doch wie sehr sie den Arbeitsalltag sicherer machen, bleibt ungewiss.

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Der Vorstoß spiegelt die wachsende Sorge um die Sicherheit von Krankenhauspersonal in Deutschland wider. Sollte das Dortmunder Pilotprojekt umgesetzt werden, wird es genau beobachtet werden – sowohl in puncto Gewaltprävention als auch rechtlicher Verantwortung. Die Ergebnisse könnten ähnliche Maßnahmen in anderen Gesundheitseinrichtungen der Region beeinflussen.