Kplus Group verliert Neurologie-Team an Solinger Klinikum und ändert Strategie
Jakob MaierKplus Group verliert Neurologie-Team an Solinger Klinikum und ändert Strategie
Kplus Group plant Austritt aus dem gerichtlich überwachten Restrukturierungsverfahren Anfang 2024
Die Kplus Group steht vor dem Austritt aus ihrem gerichtlich begleiteten Sanierungsprozess im frühen Jahr 2024. Die Gruppe hatte jedoch jüngst Rückschläge hinnehmen müssen, nachdem das Städtische Klinikum Solingen die Zusammenarbeit beendete, indem es das neurologische Team der St.-Lukas-Klinik abwarb.
Das Klinikum in Solingen beendete die Kooperation mit der Kplus Group, indem es das Neurologie-Team der St.-Lukas-Klinik an sich band. Zu diesem Team gehören über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 26 Ärztinnen und Ärzte sowie mehr als 60 Pflegefachkräfte. Infolge dieses Schritts traten der Chefarzt und große Teile der leitenden medizinischen Belegschaft der St.-Lukas-Klinik zurück.
Die Kplus Group reagierte darauf, indem sie ihren Antrag auf neurologische Versorgung in Solingen und im südlichen Kreis Mettmann für das Jahr 2024 zurückzog. Vorstandsvorsitzender Thomas Marx kritisierte das Vorgehen des Klinikums scharf und warnte vor negativen Folgen für die Schlaganfallversorgung in der Region. Kai Siekötter, Sprecher der Kplus-Geschäftsführung, bezeichnete den Schritt als unredlich und als Bedrohung für die Zukunft der Gruppe. Die Anwälte der Kplus Group zeigten sich überrascht und warf dem Klinikum vor, aus reinem wirtschaftlichen Eigeninteresse gehandelt zu haben.
Als Konsequenz passt die Kplus Group nun ihre Strategie an: Geplant ist eine Ausweitung der stationären Versorgung am Standort Hilden, während die ambulanten Dienstleistungen in Haan gestärkt werden sollen. Der Abschluss des Restrukturierungsverfahrens bleibt für das erste Quartal 2024 vorgesehen – vorausgesetzt, die endgültige Umsetzung der Investorenvereinbarungen verläuft wie geplant.
Der Austritt aus der Sanierung ist weiterhin für das erste Quartal 2024 angesetzt. Der Verlust des Neurologie-Teams zwingt die Gruppe jedoch zu einer Überarbeitung ihrer regionalen Ausrichtung. Der Konflikt unterstreicht die Spannungen zwischen Gesundheitseinrichtungen im Wettstreit um Ressourcen und Partnerschaften.
