Kölns neuer Drogenplan: Strengere Kontrollen und legale Mikroabgaben im Test
Moritz RichterKölns neuer Drogenplan: Strengere Kontrollen und legale Mikroabgaben im Test
Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat einen neuen Plan zur Bekämpfung drogenbedingter Probleme in der Stadt vorgestellt. Im Mittelpunkt der Initiative stehen Brennpunkte wie der Neumarkt, wo öffentlicher Drogenkonsum und -handel zu anhaltenden Herausforderungen geworden sind. Burmester argumentiert, dass die bisherigen Maßnahmen versagen und ein neuer Ansatz nötig sei.
Die Strategie des Oberbürgermeisters kombiniert strengere Kontrollen mit schadensmindernden Maßnahmen. Polizei- und Ordnungsstreifen sollen deutlich ausgeweitet werden, um den offenen Drogenkonsum und Straßenhandel zu unterbinden. Gleichzeitig plant Burmester die Einrichtung eines Suchthilfezentrums in der Nähe des Neumarkts, das Betroffenen in einem geschützten Rahmen Unterstützung anbietet.
Burmester setzt sich zudem für gesetzliche Änderungen ein. Er schlägt vor, den kleinteiligen Drogenhandel innerhalb dieser Beratungsstellen zu erlauben, und begründet dies damit, dass das aktuelle Verbot Beschaffungskriminalität fördere. Sein Appell richtet sich über Köln hinaus – er steht bereits mit anderen Großstädten, darunter Düsseldorf, in Verhandlungen, um eine gemeinsame Front zu bilden.
Doch bis Februar 2026 hat sich keine weitere deutsche Stadt offiziell seinem Plan für legale Mikroabgaben in Beratungsstellen angeschlossen. Trotzdem pocht Burmester auf eine Null-Toleranz-Politik im öffentlichen Raum, die sowohl Drogenkonsum als auch aggressives Betteln bekämpfen soll.
Der Vorschlag markiert einen Wandel von reiner Repression hin zu einer Mischung aus Kontrolle und reguliertem Zugang. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Art und Weise verändern, wie Städte mit Drogenproblemen umgehen – vorausgesetzt, der Bund passt die gesetzlichen Rahmenbedingungen an. Vorerst geht Köln den Weg allein: mit verschärften Streifen und erweiterten Hilfsangeboten.
