10 February 2026, 18:08

Kölner Karneval verzichtet auf Putin-Spott – doch Trump und AfD bleiben Ziele

Eine Karikatur in einer russischen Zeitung mit dem Titel "Die russische Revolution" zeigt einen Mann in Anzug, Mantel und Hut auf einem Podest, der entschlossen in eine große Menge schaut.

Kölner Karnevalisten verteidigen das Fehlen eines Putin-Wagen bei der Rosenmontagsparade - Kölner Karneval verzichtet auf Putin-Spott – doch Trump und AfD bleiben Ziele

Kölner Rosenmontagszug verzichtet auf umstrittenen Wagen mit Spott über Putin

Der traditionelle Rosenmontagszug in Köln wird in diesem Jahr ohne einen umstrittenen Motivwagen auskommen, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe genommen hätte. Die Veranstalter entschieden sich gegen die Aufnahme des satirischen Entwurfs – obwohl der Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly ein ähnliches Werk geplant hatte. Der Schritt folgt anhaltenden juristischen Drohungen aus Moskau wegen Tillys früherer Arbeiten.

Dennoch wird der diesjährige Umzug weiterhin scharfe politische Kommentare bieten, die sich unter anderem gegen Donald Trump und die deutsche AfD richten.

Jacques Tilly, ein bekannter Wagenbauer aus Düsseldorf, sieht sich seit Langem rechtlichen Schritten russischer Behörden ausgesetzt. Seine karnevalistischen Satiren führten in Moskau bereits zu Strafverfahren, in denen ihm die Verbreitung falscher Informationen über die russische Armee vorgeworfen wird. Trotz der Drohungen gibt sich Tilly kämpferisch, räumt aber ein, dass Reisebeschränkungen ihn daran hindern, bestimmte Länder zu besuchen.

In diesem Jahr konzentriert sich der Kölner Zug stattdessen auf andere politische Ziele. Motivwagen werden sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump, der rechtspopulistischen AfD und Debatten über die Aufrüstung befassen. Weitere Themen sind klimabedingte Sorgen um Grönland, der Aufstieg künstlicher Intelligenz sowie interne Streitigkeiten innerhalb der deutschen Ampelkoalition.

Russische Stellen hatten auf Tillys Werke in der Vergangenheit mit prominenten Klagen reagiert. Besonders seine früheren Wagen zogen den Unmut Moskaus auf sich und führten zu einer verschärften Vorgehensweise gegen das, was die russische Führung als "verleumderische Satire" bezeichnet.

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Der Verzicht auf Tillys Putin-Wagen markiert eine Veränderung im diesjährigen Karnevalsprogramm. Der rechtliche Druck aus Russland scheint die Entscheidung beeinflusst zu haben, auch wenn der Umzug weiterhin eine Bandbreite politischer Themen aufgreifen wird. Tillys anhaltende juristische Auseinandersetzungen unterstreichen die Risiken, denen Künstler ausgesetzt sind, die mächtige Regime mit den Mitteln der Satire herausfordern.