Junger Apotheker rettet Barbara-Apotheke in Hamm vor dem Aus und setzt auf Digitalisierung
Moritz RichterJunger Apotheker rettet Barbara-Apotheke in Hamm vor dem Aus und setzt auf Digitalisierung
Aykut Akkaya, ein 31-jähriger Apotheker, hat die Barbara-Apotheke in Hamm übernommen. Der Wechsel erfolgte, nachdem der vorherige Inhaber Insolvenz anmelden musste – die Apotheke selbst bleibt jedoch finanziell stabil. Akkaya besitzt bereits die Zeppelin-Apotheke in Ahlen, die er ein Jahr zuvor erworben hatte, nachdem er sie vier Jahre lang als Filialleiter geführt hatte.
Trotz früherer Schwierigkeiten sah Akkaya Potenzial in der Barbara-Apotheke, der einzigen in ihrem Einzugsgebiet. Probleme wie hohe Personalkosten wurden inzwischen behoben. Um die Bank für den Kauf zu überzeugen, legte er detaillierte Finanzprognosen vor und wies auf die Herausforderungen im aktuellen Apothekenmarkt hin.
An beiden Standorten leitet Akkaya jeweils ein Team von 13 Mitarbeitenden. Er ist überzeugt, die beiden Apotheken effizient führen zu können. Zu seinen Plänen gehören der Ausbau digitaler Dienstleistungen, um mehr Online-Bestellungen abzuwickeln, sowie eine stärkere Präsenz in sozialen Medien, um jüngere Kundschaft anzusprechen.
Die Branche insgesamt verzeichnet einen Rückgang: Die Zahl der Apotheken sank von 20.249 im Jahr 2013 auf 17.041 im Jahr 2024. Laut dem Deutschen Apothekerverband (ABDA) schließen jährlich rund 500 Apotheken – ein Rückgang um 19 Prozent seit 2013. Aktuelle Zahlen zu Insolvenzen 2024 oder regionalen Auswirkungen liegen jedoch noch nicht vor.
Mit der Übernahme der Barbara-Apotheke festigt Akkaya seine wachsende Position im Sektor. Sein Fokus auf Digitalisierung und effizientes Management soll die Zukunft beider Standorte sichern. Gleichzeitig bleibt die Branche unter wirtschaftlichem Druck, mit immer weniger Apotheken im Land.
