Igor Levit kämpft mit Konzertabsage gegen wachsenden Antisemitismus in Europa
Emma KrauseIgor Levit kämpft mit Konzertabsage gegen wachsenden Antisemitismus in Europa
Der weltbekannte Pianist Igor Levit, eine prägende Figur der klassischen Musikszene, hat seine Enttäuschung über die Absage eines Konzerts in Belgien geäußert – ausgelöst durch einen Boykott gegen eine israelische Künstlerin. Das Geschehen, das Levit als ein 'verhängnisvolles Signal' bezeichnet, fällt in eine Zeit zunehmenden Antisemitismus in Europa.
Seine Konzertreihe, die mit Ravels Vertonung des jüdischen Trauergebets 'Kaddisch' beginnen sollte, ist eine berührende Antwort auf das aktuelle Klima. Das von der wachsenden Judenfeindlichkeit inspirierte Stück steht als kraftvolles Symbol für den Zusammenhalt und die Stärke der Gemeinschaft.
Levit, der seit über einem Jahrzehnt zu den führenden Musikern seiner Zunft zählt und eine Professur an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover innehat, ist kein Unbekannter, wenn es um gesellschaftliches Engagement geht. Für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Antisemitismus und für die Menschenrechte wurde er bereits mehrfach gewürdigt. Sein Auftritt zur Einweihung der Reichenbach-Synagoge in München, bei dem Bundeskanzler Merz in Tränen ausbrach, unterstreicht die Wirkung seiner Arbeit.
Trotz seines Engagements fällt es Levit schwer, mit Vorfällen wie der Konzertabsage in Belgien umzugehen. Er sieht darin opportunistisches und feiges Handeln, bleibt jedoch überzeugt, dass seine Konzerte Feiern des Lebens sind – und keine politischen Manifestationen von Verfolgung.
Seine bevorstehende Konzertreihe im Wiener Musikverein vom 17. bis 22. Oktober, eine Hommage an Schostakowitsch, beweist einmal mehr sein unerschütterliches Bekenntnis zu Kunst und gesellschaftlicher Verantwortung. Angesichts des erstarkten Antisemitismus nutzt Levit weiterhin seine Plattform, um Aufklärung zu betreiben und Verständigung zu fördern.
