Holger Güllner bleibt Forsa treu – doch seine Rolle ändert sich grundlegend
Emma KrauseHolger Güllner bleibt Forsa treu – doch seine Rolle ändert sich grundlegend
Holger Güllner, Gründer des Meinungsforschungsinstituts Forsa, übernimmt innerhalb des Unternehmens eine neue Beraterrolle. Zwar zieht er sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück, wird aber weiterhin die politische und Wahlforschung des Instituts prägen. Seine Karriere begann einst als Hobby, bevor sie sich zu einem Vollzeitberuf entwickelte.
Künftig wird Güllner sich darauf konzentrieren, die Geschäftsführung von Forsa in Fragen der politischen und Wahlforschung zu beraten. Täglich erhält er weiterhin aktuelle Umfrageergebnisse seines Instituts, um stets nah an den Daten zu bleiben. Trotz der veränderten Rolle bleibt er seinem Newsletter verbunden und wird Medienpartnern weiterhin datengestützte Analysen liefern.
Wiederholt hat er betont, wie wichtig es ist, die Menschen direkt nach ihrer Meinung zu fragen. Seiner Ansicht nach kann keine Menge an digitalen Daten von Tech-Konzernen traditionelle Umfragemethoden ersetzen. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Marktforschung unverzichtbar bleibt – auch wenn manche argumentieren, die Datensammlungen der Tech-Riesen könnten Befragungen überflüssig machen.
Ein langjähriges Anliegen Güllners ist der Missbrauch von Umfragedaten durch Politiker und Medien. Er kritisiert, dass Zahlen mitunter ohne ausreichenden Kontext oder Genauigkeit präsentiert werden. Zudem setzt er sich dafür ein, Primärforschung gemeinsam mit anderen Datenquellen zu analysieren, um verzerrte Schlussfolgerungen zu vermeiden.
Die Branche selbst steht vor Herausforderungen: Güllner verweist auf das Risiko unzuverlässiger Daten durch unseriöse Akteure. Strenge Methoden und Transparenz seien seiner Meinung nach unverzichtbar, um das Vertrauen in die Meinungsforschung zu bewahren.
Mit seiner neuen Beraterposition verändert sich Güllners Engagement bei Forsa, doch sein Einfluss auf die politische Umfrageforschung bleibt bedeutend. Sein Fokus auf direkte Befragung und kontextuelle Analyse unterstreicht sein Vertrauen in den fortwährenden Wert traditioneller Forschungsmethoden. Die Herangehensweise des Unternehmens an Meinungsforschung hat in den letzten fünf Jahren keine größeren Änderungen erfahren – ein Zeichen für Stabilität in den angewandten Methoden.
