29 March 2026, 16:09

Heino-Konzert in Bad Belzig spaltet Feuerwehr und löst politische Debatte aus

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden vor einer Menge sitzen, die Flaggen und Plakate hölt, während einer Anti-Schwulen-Demo in Berlin. Im Hintergrund sind eine Statue, ein Mikrofon und Gebäude zu sehen.

Heino-Konzert in Bad Belzig spaltet Feuerwehr und löst politische Debatte aus

Ein kürzlich stattgefundenes Konzert des deutschen Sängers Heino in Bad Belzig hat für Kontroversen gesorgt, nachdem dieser einem entlassenen Feuerwehrmann öffentlich seine Unterstützung ausgesprochen hatte. Richard Mänder, ein Feuerwehrmann aus der Stadt, war nach einem Vorfall im Zusammenhang mit der Nationalhymne von seinen Pflichten enthoben worden. Der Fall hat nun zu Spaltungen in der Feuerwehrgemeinschaft geführt und eine öffentliche Solidaritätsbekundung des Veteranen-Künstlers ausgelöst.

Rund 800 Besucher versammelten sich zu Heinos Auftritt, bei dem die Menge mit Nationalflaggen winkte und jubelte, als der Sänger Mänders Entlassung direkt auf der Bühne thematisierte.

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Der Streit hatte begonnen, als Richard Mänder während der Deutschen Feuerwehrmeisterschaften in Torgau Heinos Aufnahme der deutschen Nationalhymne aus den 1970er-Jahren – inklusive der umstrittenen ersten Strophe – abgespielt hatte. Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg unter seinem Präsidenten Rolf Fünning schloss Mänder daraufhin von der Jury der Meisterschaften 2025 aus. Zudem verbot der Verband seinen Mitgliedern, bei Mänders Veranstaltungen die Verbandsabzeichen zu tragen, um weitere Zerwürfnisse zu vermeiden.

Mänder bestreitet Verbindungen zur rechtsextremen Szene und bezeichnet die Sanktionen als ungerecht. Als Reaktion gründeten er und andere betroffene Feuerwehrleute die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft, eine unabhängige Gruppe, die eigene jährliche Meisterschaften außerhalb des offiziellen Verbandes plant.

Heinos Solidaritätskonzert in Bad Belzig zog ein begeistertes Publikum an, das zu Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara tanzte. Besonders laut wurde bei Layla gejubelt – ein Lied, das zuvor wegen sexistischer Textzeilen kritisiert worden war –, und während Schwarzbraun ist die Haselnuss skandierte das Publikum Ostdeutschland, Ostdeutschland! Heinos Manager Helmut Werner bestätigte, dass das Konzert zur Unterstützung Mänders organisiert worden sei, distanzierte den Sänger jedoch von der Hymnen-Debatte und betonte, man stehe nicht hinter deren Einsatz beim Feuerwehrwettbewerb.

Unterdessen lobte der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske Heinos Konzert öffentlich auf Instagram. Das Team des Sängers wies Vorwürfe politischer Voreingenommenheit zurück und beharrte darauf, der Auftritt sei allein als Solidaritätsgeste für Mänder gedacht gewesen.

Das Konzert hat die Spannungen in der Feuerwehrgemeinschaft weiter verschärft. Mänder und seine Anhänger agieren nun unabhängig, während Heinos öffentliche Unterstützung die Meinungen weiter polarisiert. Die offizielle Feuerwehrführung hält unterdessen an ihrer Haltung zum Hymnen-Vorfall fest. Der Streit wirft einmal mehr die Frage auf, wie mit nationalen Symbolen und deren Einsatz bei öffentlichen Anlässen umgegangen werden soll.

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