15 March 2026, 04:06

Großrazzia in NRW: Illegale Abfallentsorgung und organisierter Betrug aufgedeckt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Meldung von illegaler Müllentsorgung und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: Illegale Abfallentsorgung und organisierter Betrug aufgedeckt

Großrazzia gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen

Seit über einem Jahr läuft in Nordrhein-Westfalen eine großangelegte Ermittlung gegen ein kriminelles Netzwerk, das verdächtigt wird, tausende Tonnen belasteter Erde und gefährlichen Abfall an mehreren Standorten illegal entsorgt zu haben. Nun sind erste Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallhändler aus Unna erhoben worden, der bereits wegen früherer Straftaten auffällig wurde.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität des Landes wirft dem Mann vor, illegale Abfallanlagen betrieben und ohne Genehmigung mit gefährlichen Stoffen umgegangen zu sein. Zudem wird ihm organisierter Betrug zur Last gelegt. Seit Oktober vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände in seinem Fahrzeug.

Der Beschuldigte und seine Komplizen sollen seit Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umdeklariert haben, um sie illegal zu entsorgen. Rund 23.000 Tonnen belastete Erde wurden auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen, eine ähnliche Menge fand sich in Kiesgruben in Kamp-Lintfort. Auch der Tagebau Garzweiler gerät als mögliche Deponie in den Fokus der Ermittler.

Für den Angeklagten ist es nicht der erste Vorwurf dieser Art: Zwischen 2010 und 2013 war er an der illegalen Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck beteiligt. Im aktuellen Fall wurden zwar keine Unternehmen namentlich genannt, doch die Ermittlungen deuten auf nicht näher bezeichnete Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen in Bottrop, Selfkant, Kamp-Lintfort und Dortmund hin.

Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen.

Der Fall zeigt das Ausmaß illegaler Abfallgeschäfte in der Region. Die Behörden ermitteln weiter gegen das Netzwerk, das an mehreren Standorten große Mengen gefährlicher Stoffe bewegt haben soll. Die Anklageerhebung markiert den ersten formalen Schritt in einem Verfahren, das sich möglicherweise über Jahre hinziehen wird.

Quelle