Gil Ofarims falsche Antisemitismus-Vorwürfe und sein mühsames Comeback
Moritz RichterGil Ofarims wilde Jahre: Chronik einer Zeit voller Höhen und Tiefen - Gil Ofarims falsche Antisemitismus-Vorwürfe und sein mühsames Comeback
Der deutsch-israelische Sänger Gil Ofarim geriet 2021 in einen schweren Skandal, nachdem er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels des Antisemitismus beschuldigt hatte. Seine Vorwürfe stellten sich später als falsch heraus, was rechtliche Konsequenzen und einen drastischen Imageverlust zur Folge hatte. Der Vorfall löste Empörung aus und führte zu einem langwierigen Gerichtsverfahren.
Die Kontroverse begann, als Ofarim behauptete, ein Angestellter des Westin Hotels habe ihn aufgefordert, seinen 'Stern wegzulegen' – ein Verweis auf die Davidstern-Halskette, die er trug. Die Anschuldigung löste Proteste und Verurteilungen aus, unter anderem vom sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig. Doch bald kamen Zweifel auf, da Zeugenaussagen widersprüchlich waren und es an Beweisen mangelte.
Ofarim erstattete Anzeige gegen den Mitarbeiter und blieb zunächst bei seiner Version. 2023 gestand er jedoch vor Gericht, die Vorwürfe erfunden zu haben. Er entschuldigte sich öffentlich, erhielt eine Geldstrafe von 20.000 Euro und willigte ein, den zu Unrecht beschuldigten Angestellten zu entschädigen. Das Verfahren wurde eingestellt, doch der Schaden für seinen Ruf blieb bestehen.
Nach dem Skandal zog sich Ofarim für über ein Jahr aus der Öffentlichkeit zurück. Bis 2024 begann er eine Therapie, nahm 25 Kilogramm ab und gab den Alkohol auf. Anfang 2025 gewann er durch seinen Auftritt bei 'Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!' wieder an Popularität, wo er zum Publikumsliebling wurde. Zudem kündigte er ein Comeback-Konzert in Bochum für den 17. April 2025 an. Trotz öffentlicher Entschuldigungen an die Leipziger und sächsischen Bürger:innen wurde kritisiert, dass er sich nie direkt bei dem betroffenen Mitarbeiter entschuldigt habe.
Der Vorfall hinterließ tiefe Spuren in Ofarims Karriere, doch aktuelle Entwicklungen deuten auf eine schrittweise Rückkehr ins Rampenlicht hin. Die juristischen Folgen und persönlichen Veränderungen spiegeln die Auswirkungen der falschen Anschuldigung wider. Der beschuldigte Mitarbeiter, der wegen Verleumdung und Bedrohung klagte, sah das Verfahren mit Ofarims Schuldeingeständnis als abgeschlossen an.
