Gerresheimer kämpft mit dritter Gewinnwarnung – Aktie auf Zehnjahrestief
Moritz RichterGerresheimer kämpft mit dritter Gewinnwarnung – Aktie auf Zehnjahrestief
Gerresheimer steht vor einer weit härteren Realität als erwartet
Der Pharma- und Kosmetikzulieferer Gerresheimer hat in diesem Jahr bereits die dritte Gewinnwarnung herausgegeben – die Aktie stürzte daraufhin in den Keller. Wo einst optimistische Prognosen herrschten, häufen sich nun Verluste, und die Nachfrage schwindet.
Die Probleme des Unternehmens begannen bereits zu Jahresbeginn, als es zweimal seine Jahresziele nach unten korrigieren musste. Überschätzte Marktnachfrage in zentralen Absatzmärkten ließ die Wachstumserwartungen platzt. Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten auf 1,68 Milliarden Euro, doch die organische Entwicklung blieb – bereinigt um die Übernahme von Bormioli Pharma – hinter den Erwartungen zurück.
Am Donnerstag verschärfte sich die Lage weiter: Die Aktie brach um über 13 Prozent auf 32,36 Euro ein – ein Tiefstand seit 2012. Innerhalb eines Jahres hat der Kurs mehr als die Hälfte seines Wertes verloren, eine Erholung ist nicht in Sicht. Zusätzlich belastet eine regulatorische Untersuchung der BaFin sowie gescheiterte Übernahmeversuche die Anlegerstimmung.
Ein Transformationsprogramm, das die Geschäfte stabilisieren soll, steckt noch in den Kinderschuhen. Da die Nachfrage in der Pharma- und Kosmetikbranche weiterhin schwächelt, bleibt die Zukunft des Unternehmens ungewiss.
Die Gerresheimer-Aktie notiert mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt und hat seit Januar fast 50 Prozent an Wert eingebüßt. Wiederholte Gewinnwarnungen, behördliche Prüfungen und zögerliche Restrukturierungsmaßnahmen zeichnen ein düsteres Bild. Fürs Erste muss sich das Unternehmen in einem schwachen Marktumfeld und mit internen Herausforderungen behaupten – ohne Aussicht auf schnelle Besserung.






