15 February 2026, 12:26

Forschungsflucht aus den USA und Russlands akademische Isolation verändern globale Wissenschaft

Animierte Deutschlandkarte mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.

Forschungsflucht aus den USA und Russlands akademische Isolation verändern globale Wissenschaft

Veränderungen bei der Forschungsförderung beeinflussen akademische Beziehungen zwischen den USA, Deutschland und Russland

US-amerikanische Wissenschaftler:innen – insbesondere in der Klimaforschung – wenden sich vermehrt Europa zu, da politische Veränderungen und Haushaltskürzungen in den USA die Möglichkeiten einschränken. Gleichzeitig stehen Deutschlands akademische Austauschprogramme in Russland vor neuen Herausforderungen, während das Interesse von US-Forschenden zunimmt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) schließt sein Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation. Dies folgt auf die Einstufung des DAAD als "unerwünschte Organisation" durch das russische Justizministerium, wodurch russische Bürger:innen bei Kontakten dazu strafrechtlich verfolgt werden könnten. Die Schließung markiert das Ende jahrzehntelanger akademischer Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Gleichzeitig orientieren sich immer mehr US-Forschende nach Europa. Seit der Amtszeit von Donald Trump haben politische Unsicherheiten und Kürzungen bei der Forschungsförderung – vor allem in der Klimawissenschaft – viele dazu veranlasst, im Ausland nach Alternativen zu suchen. Kalifornien plant zwar eine staatliche Investition von 23 Milliarden US-Dollar zum Schutz von Einrichtungen wie dem Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, doch bleiben bundesweite Kürzungen ein Problem. Zwar gibt es keine genauen Zahlen von Spitzenuniversitäten wie Harvard oder Stanford, doch der Trend ist deutlich: Organisationen wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen einen starken Anstieg an Anfragen von US-Wissenschaftler:innen.

Auch der DAAD registriert einen deutlichen Anstieg an Bewerbungen aus den USA. Die Anfragen für Masterstipendien in Deutschland hätten sich mehr als verdoppelt, so DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee, der betont: "Im Moment gibt es sehr viel Bewegung." Umgekehrt lässt das Interesse deutscher Studierender an den USA nach – die Austauschanfragen gingen um etwa zehn Prozent zurück.

Die Entwicklungen spiegeln tiefgreifende Veränderungen in der globalen Forschungszusammenarbeit wider: Instabile US-Fördergelder treiben Fachkräfte nach Europa, während politische Spannungen langjährige akademische Verbindungen zu Russland abbrechen. Deutschland bleibt vorerst ein zentraler Anlaufpunkt für Forschende, die Stabilität suchen – doch die Landschaft bleibt im Fluss.

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