Forscher verwandeln CO₂ in klimafreundliche Baustoffe – ein Durchbruch für die Bauindustrie
Emma KrauseForscher verwandeln CO₂ in klimafreundliche Baustoffe – ein Durchbruch für die Bauindustrie
Neues Forschungsprojekt in Deutschland sucht Wege, CO₂-Emissionen im Baugewerbe zu reduzieren
Unter dem Namen ZEROES hat am 3. Juli 2024 am Standort des Fraunhofer-Instituts UMSICHT in Oberhausen ein innovatives Vorhaben offiziell seinen Start gegeben. Das Ziel: Kohlendioxid nicht länger als Schadstoff zu betrachten, sondern als wertvollen Rohstoff für Baustoffe nutzbar zu machen.
Im Mittelpunkt des ZEROES-Projekts stehen mineralische Baumaterialien wie Beton und Kalksandsteine. Weltweit werden jährlich rund 40 Milliarden Tonnen Sand und Kies für deren Herstellung verbraucht. Zement, der gängigste Bindemittelstoff, ist dabei ein Hauptverursacher von Emissionen. Die Forscher wollen ihn durch Carbonate ersetzen, die aus CO₂ gewonnen werden.
Statt das Treibhausgas in die Atmosphäre gelangen zu lassen, wird es im Projekt direkt in die Produktion von Kalksandsteinen eingeleitet. Diese Methode könnte nicht nur Emissionen ausgleichen, sondern auch die Materialeigenschaften verbessern. Sämtliche für den Prozess benötigten Mineralien stammen aus recycelten Baureststoffen – das verringert den Bedarf an neuen Rohmaterialien.
Geleitet wird das Vorhaben vom Fraunhofer UMSICHT, unterstützt von den Partnern Betonwerk Büscher und Rohstoffbauwerke. Projektleiter Dr. Michael Prokein strebt an, Nordrhein-Westfalens Position als Vorreiter in der grüner Technologie zu stärken. Bei Erfolg könnte der Ansatz zu klimapositiven Baumaterialien führen.
Das ZEROES-Projekt hat das Potenzial, die Herstellung von Baustoffen grundlegend zu verändern, indem es Abfall-CO₂ in eine Ressource umwandelt. Durch den Einsatz recycelter Mineralien und Carbonate hofft das Team, nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Zement zu entwickeln. Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, die Umweltbelastung der Branche deutlich zu senken.






