Förderschulen in Westfalen kämpfen mit Ganztagsausbau und Personalmangel
Emma KrauseGEW-Umfrage zu Förderschulen in der Betreuung deckt massive Defizite auf - Förderschulen in Westfalen kämpfen mit Ganztagsausbau und Personalmangel
Förderschulen in Westfalen stehen vor wachsenden Herausforderungen durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung
In Westfalen (NRW) geraten Förderschulen zunehmend unter Druck, da neue Gesetze den Anspruch auf ganztägige Betreuung ausweiten. Ab dem Sommer 2023 haben auch Erstklässler im Förderbereich einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Doch schon jetzt führen Personalmangel und räumliche Engpässe zu Problemen – noch bevor die Änderungen vollumfänglich greifen.
Ein kürzlich verabschiedetes Gesetz sieht vor, den Ganztagsanspruch schrittweise bis zum Schuljahr 2029/30 auf die zweiten bis vierten Klassen auszuweiten. Das bedeutet, dass Schulen längere Betreuungszeiten anbieten müssen – viele kämpfen jedoch bereits damit, die aktuellen Anforderungen zu erfüllen. Eine Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ergab, dass 42 Prozent der Förderschulen in NRW wegen Personalknappheit mindestens eine Nachmittagsveranstaltung pro Woche streichen oder absagen mussten.
Die Personallücke ist dramatisch: Rund 1.100 Stellen für Sonderpädagog:innen sind unbesetzt, zudem fehlt es an Fachlehrkräften. Die GEW warnt, dass sich die Situation weiter verschärfen werde, sobald der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung schrittweise ausgeweitet wird.
Die Gewerkschaft fordert nun Lösungen: mehr Ausbildungsplätze für Sonderpädagogik, größere multiprofessionelle Teams und zusätzliche Schulgebäude. Langfristig plädiert die GEW dafür, alle Förderschulen auf ein verpflichtendes Ganztagsmodell umzustellen, um den Schüler:innen eine durchgehende Unterstützung zu garantieren.
Der Ausbau der Ganztagsbetreuung erfordert mehr Lehrkräfte und eine bessere Infrastruktur. Ohne diese Ressourcen könnten Schulen ihre gesetzlichen Verpflichtungen kaum erfüllen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob NRW die Engpässe bis zum Stichtag 2029/30 beheben kann.
