Ford streicht 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Flaute trifft Produktion hart
Moritz RichterDer Schreckgespenst der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford streicht 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Flaute trifft Produktion hart
Ford Deutschland streicht fast 1.000 Produktionsstellen zu Beginn von 2026
Aufgrund der schwachen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hat Ford Deutschland zu Beginn des Jahres 2026 fast 1.000 Arbeitsplätze in der Produktion abgebaut. Die Kürzungen sind Teil eines umfassenden Sparprogramms, mit dem die Rentabilität des Werks in Köln wiederhergestellt werden soll. Nach Abschluss der Maßnahmen wird die Belegschaft auf unter 9.000 Mitarbeiter schrumpfen – weniger als die Hälfte der 18.000 Beschäftigten, die das Werk noch 2019 zählte.
Die Verringerung der Belegschaft folgt einer im vergangenen Sommer getroffenen Vereinbarung zur Kostensenkung, die den Abbau von 2.900 Stellen vorsah. Rund 2.100 Mitarbeiter erklärten sich bereit, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, während weitere 800 Arbeitsplätze an externe Investoren übertragen wurden. Auf diese Weise konnte Ford betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.
Ford hatte zuvor stark in die Modernisierung des Kölner Standorts für die Produktion von Elektrofahrzeugen investiert. Da die Absatzzahlen der E-Modelle jedoch hinter den Erwartungen zurückblieben, schrieb das Unternehmen Verluste. Nun strebt der Konzern an, durch Kostensenkungen die Geschäfte zu stabilisieren.
Die allgemeine wirtschaftliche Schwächephase in Deutschland verschärft den Druck. Eine Rezession in den Jahren 2024 und 2025, hohe Inflation sowie steigende CO₂-Steuern – die 2026 voraussichtlich 55 bis 65 Euro pro Tonne betragen werden – haben die Nachfrage nach Autos gedämpft. Zudem macht den traditionellen Herstellern wie Ford und Volkswagen, die Ende 2025 Verluste und Lieferrückgänge verzeichneten, die Konkurrenz durch günstigere chinesische Elektrofahrzeuge zu schaffen.
Trotz einer jüngsten Erholung bei den Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland – im ersten neun Monaten 2025 wurden 382.200 neue Batterie-Elektrofahrzeuge zugelassen – bleibt der Markt volatil. Der Einbruch im Jahr 2024 hatte die EU-weiten Zahlen belastet, auch wenn sich die meisten europäischen Märkte 2025 wieder erholt haben.
Mit den Stellenstreichungen erreicht die Belegschaft in Köln ihren niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Mit weniger als 9.000 verbleibenden Mitarbeitern wird das Werk schlanker arbeiten, steht jedoch weiterhin vor Herausforderungen. Sollte sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nicht erholen, könnten angesichts des wirtschaftlichen Drucks weitere Anpassungen folgen.