02 May 2026, 02:06

Experten fordern Deutschlands Vorbereitung auf möglichen Machtwechsel in den USA

Zeitleiste-Karte, die die NATO-Erweiterung von 1949 bis heute zeigt, wobei die Regionen nach Jahren der Mitgliedschaft farbcodiert sind.

Experten fordern Deutschlands Vorbereitung auf möglichen Machtwechsel in den USA

Zwei einflussreiche Außenpolitiker haben Deutschland aufgefordert, sich auf einen möglichen Wechsel an der Spitze der US-Führung vorzubereiten. Christoph Heusgen, ehemaliger Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, früherer US-Botschafter in Deutschland, argumentieren, dass demokratische Erfolge bei den anstehenden Wahlen die transatlantischen Beziehungen neu gestalten könnten. Ihr Appell erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die Haltung von Präsident Donald Trump gegenüber Europa und internationalen Institutionen.

Heusgen und Murphy betonen, dass Trump Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandle. Sie verweisen auf seine Infragestellung des US-Engagements in der NATO sowie auf seinen Druck auf die Justiz als Anzeichen für eine breitere Erosion demokratischer Standards. Die Autoren kritisieren zudem den unilateralen Kurs der Regierung und warnen, dass sowohl die USA als auch Europa leiden, wenn die Rechtsstaatlichkeit geschwächt wird.

In einem gemeinsamen Vorschlag skizzieren sie eine neue Strategie für Deutschland, um mit einer künftigen demokratischen US-Regierung zusammenzuarbeiten. Ihr Plan sieht unter anderem den Start einer gemeinsamen Initiative zur Reform des UN-Sicherheitsrats vor, wobei sie halbpermanente Sitze als realistischere Alternative zu einer vollständigen Erweiterung vorschlagen. Ein solches Modell, so ihre Argumentation, könnte die notwendige Zweidrittelmehrheit in der Generalversammlung sichern.

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Die beiden zeigen sich zuversichtlich, dass die Demokraten bei den Midterm-Wahlen 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus – und möglicherweise auch im Senat – zurückgewinnen könnten. Ein demokratischer Präsident, so ihre Einschätzung, würde voraussichtlich das transatlantische Bündnis erneuern und eine kooperativere Haltung im Handel mit der EU einnehmen.

Die Empfehlungen der Autoren basieren auf der Möglichkeit eines Führungswechsels in den USA. Sollten die Demokraten an Einfluss gewinnen, könnte Deutschland eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen globale Governance und Handel vorantreiben. Bis dahin dient ihr Vorschlag als Blaupause für den Wiederaufbau der Beziehungen, falls sich die US-Außenpolitik in eine neue Richtung entwickelt.

Quelle