Evangelische Kirche prüft Personalakten auf sexualisierte Gewalt – Frauen leiten Überarbeitung
Emma KrauseKirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft Personalakten auf sexualisierte Gewalt – Frauen leiten Überarbeitung
Die Evangelische Kirche hat eine Überprüfung aller Personalakten eingeleitet, um Hinweise auf sexualisierte Gewalt zu identifizieren. Frauen werden die Unterlagen sichten, beginnend mit den Akten aktueller Mitarbeiter, um Fälle innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfristen priorisieren zu können. Der Schritt folgt ähnlichen Maßnahmen anderer Landeskirchen nach den Empfehlungen der ForuM-Studie zu Beginn des Jahres 2026.
Die Prüfung startete am 1. Februar 2023 mit einem ehemaligen Beamten. Ab dem 1. März wird ein zweiter Ermittler das Team verstärken, um das Verfahren zu beschleunigen. Zunächst werden die Akten der derzeitigen Beschäftigten geprüft, um Fälle zu bearbeiten, die noch nicht verjährt sind. Im Anschluss folgen archivierte Unterlagen – darunter auch die ehemaliger Mitarbeiter.
Wie lange die Überprüfung dauern wird, ist noch unklar. Werden Hinweise auf Fehlverhalten gefunden, leitet die Kirche die Akten an die Stelle zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt (UVSS) weiter, die dann weitere Schritte einleitet. Je nach Schwere der Vorwürfe können kirchenrechtliche Disziplinarmaßnahmen folgen – von Verwarnungen bis hin zur Entlassung.
Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für sexualisierte Gewalt, wird künftige Landessynoden über den Stand der Arbeiten informieren. Die Evangelische Kirche gehört zu mindestens drei regionalen Gliedkirchen – neben der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Kirchenkreis Essen –, die solche Überprüfungen durchführen.
Ziel der Maßnahme ist es, frühere Verstöße aufzudecken und für mehr Verantwortung innerhalb der Kirche zu sorgen. Die Ergebnisse werden zeigen, ob weitere Ermittlungen oder disziplinarische Konsequenzen notwendig sind. Der Prozess steht im Kontext umfassender Bemühungen der Landeskirchen, sich mit historischen und aktuellen Missständen auseinanderzusetzen.
