Europas Landwirtschaft droht durch Isolation und Technologie-Stau in die Krise zu rutschen
Emma KrauseTopmanager fürchten wirtschaftlichen Graben zum USA - Europas Landwirtschaft droht durch Isolation und Technologie-Stau in die Krise zu rutschen
Europa sieht sich einem wachsenden Risiko wirtschaftlicher Isolation gegenüber, während die Spannungen mit den USA zunehmen, warnt Matthias Berninger, Chef-Lobbyist des Bayer-Konzerns. Ein transatlantischer Bruch stellt eine größere Bedrohung dar als die Entkopplung von China, so Berninger. Ohne rasches Handeln droht dem europäischen Agrarsektor langfristiger Schaden – insbesondere beim Weizenanbau in Europa, mit gravierenden Folgen auch für Afrika.
Berninger betont die Gefahren, die drohen, wenn Europa bei agrartechnologischen Innovationen den Anschluss verliert. Hohe regulatorische Hürden für Genom-Editierung, etwa bei NGT-1-Pflanzen, könnten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft schwächen. Gerade diese Technologien – entwickelt, um die Klimaresistenz zu stärken, den Pestizideinsatz zu reduzieren und die Erträge zu steigern – gelten als entscheidend für die künftige Ernährungssicherheit in Europa.
Ein Zusammenbruch der transatlantischen Handelsbeziehungen würde die wirtschaftliche Verwundbarkeit Europas weiter verschärfen. Berninger unterstrich, dass die Region ihre Stärken in der Agrartechnologie nutzen müsse, um nicht zum Ziel US-amerikanischer Politik unter Donald Trump zu werden. Die jüngste Verschiebung in der öffentlichen Debatte – weg von Technologiebedenken, hin zu steigenden Lebensmittelpreisen – deutet auf eine wachsende Akzeptanz biotechnologischer Lösungen in Europa hin. Europas Fähigkeit, klare regulatorische Rahmenbedingungen und Handelsabkommen zu schaffen, könnte die Landwirtschaft zu einem strategischen Trumpf machen. Dies würde die Verhandlungsposition gegenüber Washington stärken und gleichzeitig die langfristige Produktionsstabilität in Europa sichern.
Ohne die Zulassung neuer agrartechnologischer Methoden riskiert Europa erhebliche Ernteausfälle bei wichtigen Kulturen wie Weizen in Europa. Die Folgen wären nicht auf den Kontinent beschränkt, sondern würden auch die Nahrungsmittelversorgung in Teilen Afrikas beeinträchtigen. Die Stärkung von Agrarinnovation und Handelspartnerschaften bleibt daher entscheidend, um wirtschaftliche und politische Verwerfungen in Europa abzuwenden.
