Europas Kunststoffmaschinen verlieren Marktanteile an Chinas rasanten Aufstieg
Jakob MaierChina verkauft deutlich mehr Maschinen für die Kunststoffproduktion - Europas Kunststoffmaschinen verlieren Marktanteile an Chinas rasanten Aufstieg
Die globale Kunststoffbranche befindet sich im Umbruch: Während Europas Vorherrschaft im Maschinenverkauf schwindet, wächst der Einfluss Chinas. Aktuelle Daten zeigen, dass der europäische Marktanteil bis 2024 auf 43 Prozent gesunken ist – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Spitzenwerten. Deutschland bleibt dennoch ein zentraler Akteur, insbesondere bei Hochtechnologielösungen, während sich die Branche auf die anstehende K-Messe in Düsseldorf vorbereitet.
Chinas Rolle auf dem Markt für Kunststoffmaschinen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch ausgeweitet. Lag der Anteil 2000 noch bei nur vier Prozent, so ist er bis 2024 auf 32 Prozent gestiegen. Das Land konzentriert sich weiterhin auf Standardmaschinen, während europäische Hersteller – allen voran deutsche Unternehmen wie Reifenhäuser – bei fortschrittlicher Technologie führend sind. Zu ihren Innovationen zählt etwa das Evo-Gen3-Blasfoliensystem, das bei einem Düsendurchmesser von 350 Millimetern einen Durchsatz von bis zu 1.050 Kilogramm pro Stunde erreicht. Hinzu kommen KI-Integration, Robotik und Präzisionstechnik für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit.
Die USA, einst ein stärkerer Konkurrent, haben ihren Marktanteil von 18 auf nur noch sieben Prozent schrumpfen sehen. Der Gesamtproduktionswert Europas für Kunststoff- und Kautschukmaschinen belief sich 2023 auf 17,7 Milliarden Euro, wobei Deutschland fast die Hälfte dazu beisteuerte. Das Land vereint zudem rund 50 Prozent des europäischen Geschäfts in diesem Sektor auf sich.
In Deutschland variiert der Kunststoffeinsatz je nach Branche: 30 Prozent entfallen auf Verpackungen, 24 Prozent auf den Bausektor und 11 Prozent auf die Fahrzeugproduktion. Auch der Anteil zirkulärer Materialien in der Kunststoffherstellung ist gestiegen und lag 2023 bei etwa 20 Prozent.
Die K-Messe, die wichtigste Leitmesse der Branche, findet vom Mittwoch, 9. Oktober, bis Mittwoch, 16. Oktober 2024, in Düsseldorf statt. Die Veranstalter erwarten rund 3.200 Aussteller und über 180.000 Besucher – ein Beleg für die anhaltende globale Bedeutung des Sektors.
Europas Kunststoffmaschinenmarkt gerät zunehmend unter Druck, während Chinas Anteil weiter steigt. Deutsche Unternehmen setzen nach wie vor Maßstäbe bei Hochtechnologielösungen, doch der Wettbewerb wird intensiver. Die K-Messe im Oktober bietet der Branche eine Plattform, um Innovationen zu präsentieren und über zukünftige Trends in der Kunststoffproduktion zu diskutieren.






