Essen setzt auf Bierdeckel-Dialog für Olympia-Bewerbung 2036 und später
Moritz RichterEssen setzt auf Bierdeckel-Dialog für Olympia-Bewerbung 2036 und später
Essen hat eine neue Methode eingeführt, mit der Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zur möglichen Olympiabewerbung der Stadt äußern können. Die unter dem Namen Pottdeckel gestartete Initiative nutzt Bierdeckel in lokalen Kneipen und Restaurants, um Gespräche anzuregen. Jeder bedruckte Deckel trägt Fragen zur Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Rhein-Ruhr-Region.
Bürgermeister Thomas Kufen bezeichnete das Projekt als eine einfache, lockere Möglichkeit, die Olympiadiskussion in den Alltag der Menschen zu tragen. Anders als bei klassischen Umfragen oder Bürgerversammlungen wird hier der Dialog dorthin gebracht, wo sich die Leute ohnehin treffen – beim gemeinsamen Essen und Trinken.
Die Pottdeckel-Bierdeckel werden in Kooperation mit der Privatbrauerei Jacob Stauder, einem regionalen Brauereinetzwerk, verteilt. Jeder Deckel enthält zwei QR-Codes: Einer verweist auf Informationen zur Rhein-Ruhr-Bewerbung, der andere leitet Nutzer zu einer Plattform für anonymes Feedback weiter. Eine Registrierung ist nicht nötig, sodass jeder unkompliziert mitdiskutieren kann.
Die Aktion ist Teil des Essener Portals unsere Stadt, das die Bürgerbeteiligung stärken soll. Über das Olympiathema hinaus werden künftige Pottdeckel-Kampagnen auch andere lokale Themen aufgreifen, um den Austausch unter den Einwohnerinnen und Einwohnern kontinuierlich zu fördern. Der aktuelle Fokus liegt jedoch auf der Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele – ein Thema, das auch in anderen deutschen Städten wie München, Hamburg und Berlin bereits diskutiert wird.
Indem die Bierdeckel in Kneipen und Cafés platziert werden, hofft die Stadt, Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht an offiziellen Anhörungen beteiligen würden. Die Idee ist, lockere Gespräche in wertvolles Feedback umzuwandeln und so ein breiteres Meinungsspektrum dazu zu sammeln, ob die Region die Spiele anstreben sollte.
Die Pottdeckel-Initiative verleiht dem Bewerbungsprozess der Rhein-Ruhr-Region eine basisdemokratische Komponente. Bürgerinnen und Bürger können nun ohne Hürden ihre Meinung äußern – einfach durch das Scannen eines Codes auf ihrem Bierdeckel. Die gesammelten Rückmeldungen fließen in die Entscheidung ein, ob die Region ein offizielles Angebot für 2036 oder später einreichen wird.






