01 February 2026, 00:04

Düsseldorfer Start-up revolutioniert Zementindustrie mit CO₂-Mineralisierung und 6,5 Millionen Euro Seed-Finanzierung

Ein Gebäude mit einer Tafel, auf der "Citi Global College" steht, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Düsseldorfer Start-up revolutioniert Zementindustrie mit CO₂-Mineralisierung und 6,5 Millionen Euro Seed-Finanzierung

Co-reactive, ein Düsseldorfer ClimateTech-Start-up, sammelt 6,5 Millionen Euro Seed-Finanzierung ein, um seine CO₂-Mineralisierungstechnologie auszubauen. Das Unternehmen verwandelt abgetrenntes Kohlendioxid und natürliche Mineralien in hochleistungsfähige, klimapositive Zementersatzstoffe. Zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds, die NRW.Bank sowie mehrere auf ClimateTech spezialisierte Risikokapitalgeber – ergänzt durch öffentliche Förderung aus dem BIK-Programm des Bundes.

Die Zementproduktion ist derzeit für etwa 8 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Steigende CO₂-Steuern könnten die Herstellungskosten innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu 100 % in die Höhe treiben und den Druck erhöhen, nachhaltige Alternativen zu finden. Traditionelle Ersatzstoffe wie Flugasche und Hüttensand werden knapp, da Kohlekraftwerke vom Netz gehen und die Stahlproduktion auf umweltfreundlichere Verfahren umstellt.

Co-reactive setzt auf ein Verfahren, das CO₂ und Mineralien in sekundäre zementartige Materialien (SCMs) umwandelt – und dabei nicht nur Emissionen reduziert, sondern auch Festigkeit und Haltbarkeit verbessert. Die Technologie lässt sich als "Drop-in-Lösung" direkt in bestehende Produktionslinien integrieren, ohne dass größere Umbauten nötig sind.

Mit der neuen Finanzspritze will das Unternehmen 2026 im zweiten Quartal eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb nehmen. Bis 2027 sind zwölf weitere Pilotprojekte weltweit geplant, in Zusammenarbeit mit Zement- und Stahlherstellern. Diese Anlagen sollen CO₂-Strome vor Ort mineralisieren, darunter biogene und industrielle Emissionen. Dr.-Ing. Andreas Bremen, Mitgründer und CEO von Co-reactive, betonte, dass die Investition den Übergang von der Testphase zur kontinuierlichen Industrieanwendung beschleunigen werde.

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Die Seed-Runde ebnet den Weg für Co-reactives Wechsel von der Testphase zur großtechnischen Umsetzung. Die erste Demonstrationsanlage 2026 markiert den Start der CO₂-Mineralisierung direkt in Industrieanlagen. Bei Erfolg könnte die Technologie Zement- und Stahlproduzenten eine kostengünstige Möglichkeit bieten, Emissionen zu senken – ohne Qualitätsverluste in der Produktion.