Düsseldorfer Landessynode beschließt radikale Reformen gegen Mitgliederschwund
Jakob MaierDüsseldorfer Landessynode beschließt radikale Reformen gegen Mitgliederschwund
Die Evangelische Kirche in Düsseldorf hat ihre Landessynode abgehalten, um drängende Herausforderungen zu bewältigen. Über 198 stimmberechtigte Mitglieder aus 37 Kirchenkreisen in vier deutschen Bundesländern kamen zusammen, um die Zukunft der Institution mitzugestalten. Im Mittelpunkt der Beratungen standen der Mitgliederschwund und notwendige Änderungen langjähriger kirchlicher Praktiken.
Die diesjährige Versammlung setzte auf ein neues Format mit einem Forums- und einem Workshoptag. Diese Struktur förderte eine breitere Beteiligung und einen direkteren Austausch unter den Teilnehmenden. Zu den Stimmberechtigten zählten die Kirchenvertreter Hartmut Rahn und Lukas Schrumpf, die dem 15-köpfigen Leitungsteam angehören.
Die Synode beschloss aktualisierte Leitlinien, die sich auf alle Bereiche auswirken werden – darunter auch die Personalplanung. Grundlage für diese Entscheidungen war die jüngste Kirchenmitgliedschaftsstudie, die einen stärkeren Rückgang als erwartet aufzeigte. Infolgedessen könnte die Zahl der Pfarrstellen schneller abnehmen als bisher vorgesehen.
Ein zentrales Thema war die geplante Überarbeitung der Ordnung des kirchlichen Gemeinschaftslebens. Mögliche Änderungen betreffen unter anderem die Frage, wer am Abendmahl teilnehmen darf, und wo Gottesdienste stattfinden. Bereits jetzt laden viele Gemeinden alle Getauften – einschließlich Kinder – zum Abendmahl ein, obwohl die offiziellen Regeln weiterhin die Konfirmation als Voraussetzung vorsehen.
Die Kirchenführung rief zudem zu mehr Experimentierfreude in den Gemeinden auf. Ziel ist es, bürokratische Hürden in den bestehenden Vorschriften abzubauen und mehr Flexibilität zu ermöglichen. An den Diskussionen beteiligten sich Vertreter aus Solingen, darunter Superintendentin Ilka Werner, Presbyter Rainald Rasemann, Pfarrer Michaela Röhr und Presbyterin Claudia Mix.
Die gefassten Beschlüsse werden in den kommenden Jahren schrittweise Auswirkungen auf die örtlichen Gemeinden und Kirchenkreise haben. Die von der Synode beschlossenen Leitlinien und geplanten Änderungen werden nun in der Region umgesetzt. Die Gemeinden müssen sich auf Anpassungen bei den Abendmahlspraktiken, den Gottesdienstorten und der Personalausstattung einstellen. Der Vorstoß der Kirchenführung für mehr Experimentierfreude könnte in naher Zukunft zu weiteren lokalen Anpassungen führen.






