Düsseldorfer Forscher entwickeln umweltfreundliche Pestizide aus Bakterien und Holzabfällen
Lukas WolfDüsseldorfer Forscher entwickeln umweltfreundliche Pestizide aus Bakterien und Holzabfällen
Ein Forschungsteam in Düsseldorf arbeitet an einer innovativen Methode zur Herstellung umweltfreundlicher Pestizide mithilfe von Bakterien. Das Projekt unter der Leitung von Dr. St. Elmo Wilken an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) zielt darauf ab, eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen chemischen Pflanzenschutzmitteln zu entwickeln. Mit Förderung der deutschen Bundesregierung plant das Team die Entwicklung eines Biopestizids, das Nutzpflanzen schützen soll, ohne die Umwelt zu belasten.
Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben mit dem Namen PyreComm konzentriert sich auf die Produktion von Pyrethrin-Verbindungen – einem natürlichen Insektizid, das in Dalmatinischer Insektenblumen (Chrysanthemen) vorkommt. Statt den Wirkstoff aus Pflanzen zu extrahieren, wollen die Forscher das Bakterium Vibrio natriegens so modifizieren, dass es die Substanz in Bioreaktoren herstellt. Als Rohstoff sollen holzbasierte Materialien dienen, wodurch landwirtschaftliche Abfallstoffe in einem geschlossenen Kreislauf in die Pestizidproduktion einfließen.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt die Initiative mit rund 2,7 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Nationalen Bioökonomiestrategie, die den Übergang zu erneuerbaren Ressourcen und eine effizientere Nutzung von Rohstoffen fördert. Zudem passt das Projekt zur "Farm to Fork"-Strategie der EU, die eine schnellere Zulassung nachhaltiger Agrarlösungen anstrebt.
Pyrethrin-basierte Pestizide sind zwar bereits für ihre Wirksamkeit bekannt, doch herkömmliche Herstellungsverfahren sind oft teuer und weniger umweltverträglich. Durch den Einsatz von Bakterien hofft das HHU-Team, ein skalierbares, halb-synthetisches Verfahren zu entwickeln, das die ökologischen Auswirkungen verringert. Der Ansatz könnte eine sicherere Alternative zu konventionellen Pestiziden bieten, die häufig in Ökosystemen verbleiben und nützliche Insekten schädigen.
Das Projekt ist Teil der Initiative "Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie", die junge Forscher bei der Entwicklung innovativer Lösungen unterstützt. Dr. Wilkens Arbeitsgruppe wird untersuchen, wie Biotechnologie sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verbessern kann.
Bei Erfolg könnte das PyreComm-Projekt zu einem kostengünstigen, umweltfreundlichen Biopestizid führen, das den EU-Regulierungsstandards entspricht. Das Verfahren würde landwirtschaftliche Nebenprodukte in wertvolle Rohstoffe umwandeln und damit Deutschlands Bestrebungen hin zu einer Kreislaufwirtschaft stärken. Die Ergebnisse könnten zudem den Weg für einen breiteren Einsatz biotechnologischer Methoden in der nachhaltigen Landwirtschaft ebnen.






