Dortmunds Polizei schlägt gegen rechtsextreme Jugendorganisationen zurück
Moritz RichterDortmunds Polizei schlägt gegen rechtsextreme Jugendorganisationen zurück
Die Dortmunder Polizei hat ihre Bemühungen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus deutlich verstärkt – als Reaktion auf einen deutlichen Anstieg entsprechender Straftaten. Allein im Jahr 2024 registrierten die Behörden 295 politisch motivierte rechtsextreme Delikte – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Eine neu gegründete Ermittlungseinheit konzentriert sich nun auf die Rekrutierungsstrukturen, insbesondere unter Jugendlichen, nachdem in der Stadt eine rechtsextreme Jugendorganisation entstanden war.
Die Initiative begann im Mai 2024, als die Polizei das Projekt "Junge Nationalisten" ins Leben rief. Auslöser war die Gründung einer Jugendabteilung der rechtsextremen Partei Die Heimat im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. Bis September 2025 hatte sich die Maßnahme zu einer dauerhaften Sonderermittlungsgruppe entwickelt.
Seitdem wurden 77 neue Personen identifiziert, die mit der rechtsextremen Szene in Verbindung stehen. Die größte Gruppe – insgesamt 67 Personen – bestand aus Jugendlichen, Minderjährigen oder Kindern. Die Polizei beobachtet nun Anzeichen für eine Verstrickung, etwa die Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen, und greift frühzeitig ein, um Betroffene über die Gefahren einer weiteren Radikalisierung aufzuklären.
Die meisten erfassten Straftaten betrafen Propaganda und Hassrede. Viele der Verdächtigen hatten zuvor keine rechtsextreme Vorstrafen. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Polizei auf eine Kombination aus präventiven Maßnahmen – wie Schulkooperationen und Jugendhilfeangeboten – und repressiven Schritten gegen akute Bedrohungen.
Aktuell verzeichnet die Ermittlungsgruppe keinen neuen Zulauf von Dortmunder Bürgern zu rechtsextremen Gruppen. Der Fokus liegt weiterhin darauf, Rekrutierungsversuche zu unterbinden und Radikalisierung im Keim zu ersticken.
Die Bekämpfung des Rechtsextremismus bleibt für die Dortmunder Polizei Priorität – mit gezielten Maßnahmen gegen etablierte Extremisten und die Anwerbung von Jugendlichen. Die Sonderermittler beobachten weiterhin die Aktivitäten und arbeiten mit lokalen Partnern zusammen, um ein weiteres Wachstum zu verhindern. Bundesweit stiegen die rechtsextremen Gewalttaten von 1.270 im Jahr 2023 auf 1.521 im Jahr 2025 – ein Zeichen für die anhaltende Herausforderung.