Doppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: Wie 100.000 Euro Steuergeld sinnlos verpufften
Lukas WolfDoppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: Wie 100.000 Euro Steuergeld sinnlos verpufften
Ein schlecht geplantes Ampelsystem in Rheda-Wiedenbrück ist in einem neuen Bericht als Verschwendung öffentlicher Gelder gebrandmarkt worden. Der Bund der Steuerzahler hat den Fall in sein Schwarzbuch aufgenommen, das 14 Beispiele für fehlgesteuerte Ausgaben in Nordrhein-Westfalen auflistet. Die doppelten Ampeln an der Pixeler Straße haben die Steuerzahler Zehntausende Euro gekostet – und sorgen bis heute für Verwirrung bei Autofahrern und Fußgängern gleichermaßen.
Die Probleme begannen 2016, als die Stadt Landesmittel für den Bau eines Radwegs entlang einer alten Bahntrasse beantragte. Die Genehmigung war an eine Bedingung geknüpft: einen sicheren Übergang an der Pixeler Straße. Statt einer einfachen Lösung installierte die Stadt jedoch vier Ampeln auf einer Strecke von nur 20 Metern – eine ungewöhnliche und verwirrende Anordnung.
Sieben verschiedene Behörden waren an der Bewertung der Sicherheit der Querung beteiligt. Jede gab widersprüchliche Einschätzungen ab, was zu Verzögerungen und steigenden Kosten führte. Die Stadt schlug zunächst eine Schranke mit einer Überquerungshilfe 20 Meter entfernt vor, doch die Bezirksregierung lehnte dies ab. Später schlugen Beamte vor, die Hilfe auf die Höhe des Radwegs zu verlängern – doch das Straßenbauamt des Landes erhob Einspruch.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 47.000 Euro für die Stadt und 51.000 Euro für die Steuerzahler, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro. Der Bund der Steuerzahler kritisierte das Projekt wegen übermäßiger Bürokratie und monierte, dass keine Behörde die klare Verantwortung für das Ergebnis übernommen habe. Die Stadt selbst räumte ein, dass die Ampelanlage verwirrend sei und nicht den üblichen Standards entspreche.
Der Fall bleibt ein kostspieliges Beispiel für mangelnde Abstimmung zwischen Behörden. Die Steuerzahler tragen weiterhin sowohl die anfänglichen Ausgaben als auch die jährlichen Unterhaltskosten für ein System, das die ursprünglichen Sicherheitsbedenken nicht behoben hat. Der Bund der Steuerzahler fordert klarere Verantwortlichkeiten, um ähnliche Fehlinvestitionen bei künftigen Projekten zu vermeiden.






