Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Jakob MaierDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu viele defekte Geräte lagern seit Langem ungenutzt in den Regalen.
20. Dezember 2025, 10:24 Uhr
Deutschland hat den DigitalPakt 2.0 auf den Weg gebracht – ein Fünf-Jahres-Plan zur Verbesserung der digitalen Bildung an Schulen. Bund und Länder stellen gemeinsam fünf Milliarden Euro bereit, jeweils 2,5 Milliarden aus beiden Ebenen. Doch es gibt Zweifel, ob die Mittel ausreichen, um den langfristigen Bedarf zu decken.
Das neue Abkommen zielt darauf ab, Schulen mit besserer digitaler Infrastruktur auszustatten. Doch das Budget fällt deutlich geringer aus als beim ersten DigitalPakt – und damit auch die Erwartungen an den Fortschritt. In Solingen etwa kämpfen Schulen weiterhin mit kaputten Geräten, die ungenutzt in Lagern verstauben und bei Lehrkräften wie Schülerinnen und Schülern für Frust sorgen.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) betont, dass es nicht reicht, veraltete Technik einfach nur zu ersetzen. Gefordert werden moderne Unterrichtsmethoden, KI-taugliche Technologie und gezielte Fortbildungen für das Personal. Zudem müssten die Gelder zügig und ohne bürokratische Hürden fließen, damit sie direkt der Bildungsqualität zugutekommen. Zwar gibt der fünfjährige Finanzierungsrahmen den Schulen eine gewisse Planungssicherheit – doch der VBE warnt: Digitale Bildung braucht dauerhafte Unterstützung. Die Initiative drängt bereits auf frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um eine erneute Finanzierungslücke zu vermeiden. Ein weiteres Problem: Die Länder können Bundesgelder nutzen, um eigene Ausgaben zu decken – was neue Investitionen schmälern könnte.
Der DigitalPakt 2.0 bietet zwar einen strukturierten Fahrplan für die technologische Aufrüstung der Schulen in den kommenden fünf Jahren. Angesichts der bestehenden Probleme – wie in Solingen – und der Forderungen nach umfassenderen Reformen wird sein Erfolg jedoch davon abhängen, wie effektiv die Mittel eingesetzt werden. Die frühzeitige Diskussion über einen Nachfolgepakt zeigt: Nachhaltige Lösungen sind noch immer dringend nötig.
