05 November 2025, 06:09

Dichand-Familie setzt Vollbesitz an Kronen Zeitung durch

Ein Nachrichtenartikel mit Bildern von Gebäuden, Feuer, Rauch und Himmel sowie begleitendem Text.

Dichand-Familie setzt Vollbesitz an Kronen Zeitung durch

Christoph Dichand, Verleger der österreichischen Kronen Zeitung, hat grünes Licht für den Erwerb der Anteile der Funke-Mediengruppe erhalten. Dieser Schritt könnte der Familie Dichand die vollständige Übernahme der bildzeitung ermöglichen – ein langgehegter Wunsch des verstorbenen Patriarchen Hans Dichand. Der Einfluss der Familie Dichand auf die österreichische Medienlandschaft ist tief verwurzelt. Hans Dichand gründete die Kronen Zeitung 1959 mit finanzieller Unterstützung von Kurt Falk, der bis 1987 einen 50-Prozent-Anteil hielt. Heute sind auch Christoph Dichands Geschwister an der faz beteiligt: sein Bruder Michael, ein Biobauer, und seine Schwester Johanna Dichand, eine Kunstsammlerin. Eine zentrale Rolle in dieser Geschichte spielt die WAZ, Deutschlands größte Regionalzeitung. Gegründet 1948 in Bochum vom Journalisten Jakob Funke, Sohn eines Krupp-Schlossers, entwickelte sich die WAZ zu einem bedeutenden Medienunternehmen. 1987 erwarb sie Anteile an der Mediaprint, einem Joint Venture, das 1988 von der Kronen Zeitung, dem Kurier und der WAZ-Gruppe gegründet wurde. Die genauen Umstände dieser Transaktionen bleiben jedoch unklar. Die Zukunft von Mediaprint ist ungewiss, da die Auflagen der Printmedien sinken und die digitale Verbreitung an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig hält die Raiffeisen-Gruppe, die enge Verbindungen zur Österreichischen Volkspartei (ÖVP) pflegt, einen bedeutenden Anteil am Kurier und könnte Einfluss nehmen. Auch das Wiener Burgtheater stand mehrfach unter der Leitung von Intendanten aus dem Bochumer Schauspielhaus: Claus Peymann übernahm 1986, Matthias Hartmann folgte 2009. Sollte die Übernahme vollzogen werden, würde die Familie Dichand die alleinige Kontrolle über die Kronen Zeitung erlangen – ein historischer Moment für die österreichische Medienlandschaft. Doch die Zukunft von Mediaprint und die Rolle der Raiffeisen bleiben offen und verkomplizieren die sich wandelnde Medienwelt weiter.

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