31 May 2026, 06:07

DFG fördert Forschung zu Metaflammation und chronischen Entzündungen durch westlichen Lebensstil

Profiling und anti-entzu"ndliche Molek"ule: TU Braunschweig liefert wichtige Komponenten f"ur die Forschung			Zweite F"orderungphase f"ur das Collaborative Research Center

DFG fördert Forschung zu Metaflammation und chronischen Entzündungen durch westlichen Lebensstil

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt zweite Förderphase für Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 „Metaflammation und zelluläre Programmierung“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 freigegeben, der sich mit der Frage beschäftigt, wie westliche Lebensgewohnheiten zu chronischen, schwelenden Entzündungen beitragen – ein Zustand, der mit Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes und neurodegenerativen Leiden in Verbindung steht. Unter der Leitung der Universität Bonn vereint der SFB Wissenschaftler:innen verschiedener Einrichtungen, um die molekularen Ursprünge dieser gesundheitlichen Risiken zu entschlüsseln.

Ein westlicher Lebensstil – geprägt von ungesunder Ernährung, Stress und Bewegungsmangel – kann anhaltende Entzündungsprozesse auslösen, die als Metaflammation (systemische Fehlregulation der Entzündung) bezeichnet werden. Dieser Mechanismus liegt vielen lebensstilbedingten Krankheiten zugrunde, von metabolischem Syndrom bis hin zu Alzheimer. Ziel des SFB ist es, aufzuzeigen, wie diese Faktoren Immunzellen umprogrammieren und so chronische Erkrankungen vorantreiben.

Forschende der Technischen Universität Braunschweig spielen eine zentrale Rolle im Projekt. Zu ihren Entdeckungen zählt Mesaconat, ein Molekül mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Das Team um Professor Karsten Hiller fand zudem heraus, dass entzündete Immunzellen – insbesondere Makrophagen – große Mengen der Aminosäure Aspartat verlieren. Dies deutet darauf hin, dass Aspartat eine regulierende Funktion bei Entzündungsreaktionen haben könnte.

In der neuen Förderphase werden die Wissenschaftler:innen untersuchen, wie Aspartat die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) in Makrophagen beeinflusst. Der SFB verbindet dabei Expertise der Universität Bonn, der TU Braunschweig und des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung. Ein zentrales Werkzeug ist die metabolische Profilierung, bei der mithilfe der Massenspektrometrie Metabolite in Zellen, Geweben und Körperflüssigkeiten nachverfolgt werden. Diese Daten helfen zu verstehen, wie Lebensstilfaktoren die zelluläre Funktion stören.

Durch die Verknüpfung von molekularer Analyse mit klinischen Erkenntnissen strebt der SFB an, die Mechanismen hinter der Fehlprogrammierung von Immunzellen präzise zu identifizieren. Die Ergebnisse könnten den Weg für gezielte Therapien gegen entzündungsbedingte Krankheiten ebnen.

Die zweite Förderphase wird das Verständnis vertiefen, wie Ernährung und Lebensweise das Verhalten von Immunzellen verändern. Mit den Beiträgen aus Braunschweig – etwa zur Verbindung von Aspartat und NO sowie zur Mesaconat-Forschung – rückt der SFB der Identifizierung biologischer Zielstrukturen näher. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Interventionen zu entwickeln, die Metaflammation und die damit verbundenen Erkrankungen eindämmen.

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