Deutsche Autoindustrie kämpft um globale Wettbewerbsfähigkeit nach Jahren der Stagnation
Emma KrauseDeutsche Autoindustrie kämpft um globale Wettbewerbsfähigkeit nach Jahren der Stagnation
Deutschlands Autoindustrie steht vor ernsten Herausforderungen, warnt der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Zwar werden die deutschen Hersteller seiner Meinung nach überleben – doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten sie nach Jahren der Stagnation und sinkender Marktanteile stärker im Ausland expandieren.
In den vergangenen fünf Jahren verzeichneten die großen deutschen Autokonzern – die Volkswagen Group, BMW und Mercedes – einen Produktionsrückgang von 5 bis 10 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem der Chipmangel, hohe Betriebskosten und der zögerliche Umstieg auf Elektrofahrzeuge (E-Autos). Folge: Ihr globaler Marktanteil schrumpfte von 20 auf nur noch 16 Prozent.
Dudenhöffer macht für die Schwäche der Branche vor allem das überlastete Sozialsystem, die hohen Lohnnebenkosten und die explodierenden Energiepreise in Deutschland verantwortlich. Das Land sei für seine eigenen Hersteller schlicht zu teuer geworden. Gleichzeitig haben chinesische Konkurrenten wie BYD und Tesla China ihre Produktion um über 150 Prozent gesteigert und mit günstigen E-Autos bereits 25 Prozent des Marktes erobert. Auch US-Unternehmen wie Ford, General Motors und Tesla wuchsen um 20 bis 30 Prozent und kommen nun auf 18 Prozent Marktanteil.
Trotz dieser Rückschläge sieht Dudenhöffer die deutschen Hersteller nicht am Abgrund. Die schwache Performance des vergangenen Jahres bezeichnete er als "extremen Ausreißer" und nicht als langfristigen Trend. Kritik übte er jedoch an der Politik, die der Branche bisher kaum mehr als "leere Versprechungen" angeboten habe.
Nun stehen die deutschen Autokonzern vor einer entscheidenden Weichenstellung: Sie müssen sich entweder durch internationale Expansion anpassen oder riskieren weitere Verluste im Heimatmarkt. Angesichts steigender Inlandskosten und wachsender ausländischer Konkurrenz könnte die Auslandsexpansion der einzige Weg nach vorn sein. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, wie schnell sie sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen kann.
