Castor-Transport erreicht Ahaus trotz massiver Proteste und Polizeieinsatz
Jakob MaierCastor-Transport erreicht Ahaus trotz massiver Proteste und Polizeieinsatz
Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall erreichte am frühen Mittwochmorgen das Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus. Die Ankunft folgte einer streng bewachten 170-Kilometer-Fahrt vom Forschungszentrum Jülich. Unterwegs versammelten sich Demonstranten entlang der Strecke und äußerten vehementen Protest gegen den Transport.
Der Konvoi brach gegen 10 Uhr in Jülich auf und bewegte sich in langsamem Tempo unter Polizeibegleitung fort. Mehr als 2.400 Beamte waren im Einsatz, um die Aktion abzusichern; die Prozession erstreckte sich über mehrere Kilometer. Trotz der groß angelegten Proteste gab es während des Transports keine Zwischenfälle.
Der Atommüll wurde an das Ahauser Zwischenlager ausgeliefert, das etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Dies war die erste Lieferung seit März 2026 – insgesamt sollen 152 Behälter aus Jülich umgelagert werden. Fast 28 Jahre sind vergangen, seit die erste große Lieferung mit nuklearem Abfall an den Standort erfolgte.
Hanna Poddig, die an der Organisation einer Mahnwache beteiligt war, verhandelte mit den Behörden, um Demonstranten die Anreise zum Lager mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Sie forderte, alle solchen Transporte zu stoppen, bis eine dauerhafte Lösung für die Endlagerung gefunden sei. Auch Oppositionspolitiker wie Alexander Vogt und Kathrin Vogler kritisierten den Transport scharf und verlangten sicherere Alternativen für den Umgang mit Atomabfällen.
Die Lieferung verlief ohne Störungen, doch der öffentliche Widerstand bleibt groß. Die Behörden bestätigten den reibungslosen Ablauf des Transports, während die Debatten über die Atommüllentsorgung weitergehen. Weitere Lieferungen im Rahmen der geplanten Verlegung von 152 Behältern aus Jülich stehen noch an.






