Bürgerinitiative präsentiert Masterplan für die Rettung des Ohligs-Tunnels in Solingen
Moritz RichterBürgerinitiative präsentiert Masterplan für die Rettung des Ohligs-Tunnels in Solingen
Bundesverband Bürgerinitiativen (BfS) präsentiert detaillierten Plan für Aufwertung des Ohligs-Tunnels in Solingen
Der Bundesverband Bürgerinitiativen (BfS) hat einen umfassenden Plan zur Verbesserung des Ohligs-Tunnels in Solingen vorgelegt. Statt sich ausschließlich auf Obdachlosigkeit und Ordnungsfragen zu konzentrieren, plädiert die Initiative für einen ganzheitlichen Ansatz, der Sicherheit, Sauberkeit und soziale Unterstützung in Einklang bringt. Die Vorschläge umfassen kurzfristige Sofortmaßnahmen, mittelfristige Aufwertungen sowie langfristige Umgestaltungskonzepte für den problembehafteten Standort.
Die Debatten um den Ohligs-Tunnel begannen 2021, als lokale Politiker von Grünen und SPD erstmals einen kompletten Neubau aufgrund von Sicherheitsbedenken vorschlugen. Bis 2023 gerieten die hohen Kosten – geschätzt auf 50 bis 100 Millionen Euro – sowie die damit verbundenen Einschränkungen in die Kritik. 2025 entschied sich der Stadtrat schließlich für eine kostengünstigere Teilrenovierung, deren Modernisierungsarbeiten bis 2027 abgeschlossen sein sollen. Bürgerpetitionen und Medienberichte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) und den Solinger Tageblatt beeinflussten diese Entscheidung maßgeblich.
Für unmittelbare Maßnahmen fordert der BfS eine Grundreinigung des Tunnels, schnelle Reparaturen defekter Beleuchtung und struktureller Schäden sowie häufigere Reinigungsintervalle. Diese Schritte würden laut der Initiative die dringendsten Probleme ohne Verzögerung angehen.
Mittelfristig schlägt der Verband vor, neue Lösungen wie Videoüberwachung, moderne Beleuchtungskonzepte sowie Klang- oder Musikinstallationen zu testen. Zudem soll am östlichen Ausgang eine genehmigte Überdachung entstehen, um die Nutzungsbedingungen zu verbessern.
Langfristig regt der BfS eine Machbarkeitsstudie für eine Fußgänger- und Fahrradbrücke an, die den Tunnel vollständig ersetzen könnte. Inspiriert von einem ähnlichen Projekt in Opladen würde diese barrierefreie Alternative Teil eines größeren Umgestaltungskonzepts sein – inklusive Veränderungen am östlichen Bahnhofsvorplatz. Die Initiative betont, dass jede nachhaltige Lösung Barrierefreiheit und städtebauliche Erfordernisse priorisieren müsse.
Durchgehend pocht der BfS auf das Prinzip "Hilfe statt Verdrängung". Die Behörden sollten demnach obdachlosen Menschen zunächst gezielte Unterstützung anbieten, bevor strengere Regelungen durchgesetzt werden – um soziale Verantwortung als zentralen Baustein für die Zukunft des Tunnels zu verankern.
Die BfS-Strategie bietet einen schrittweisen Fahrplan zur Revitalisierung des Ohligs-Tunnels – von dringenden Instandsetzungen bis hin zu einer möglichen Brückenlösung. Werden die Empfehlungen umgesetzt, könnte sich das Areal in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Die endgültige Weichenstellung liegt nun beim Stadtrat, der bis 2027 über die weitere Entwicklung des Standorts entscheiden wird.
