Bürgerinitiative kämpft gegen umstrittenes Bauprojekt am Josef-Peil-Weg
Emma KrauseBürgerinitiative kämpft gegen umstrittenes Bauprojekt am Josef-Peil-Weg
Anwohner des Josef-Peil-Wegs, einer ruhigen 'Spiegelstraße' in der Stadt, wehren sich gegen ein neues Bauprojekt, das ihrer Meinung nach schweren Verkehr in ihr Viertel bringen wird. Die Pläne für neun Wohneinheiten wurden erst vor eineinhalb Jahren bekannt – und die Bewohner werfen der Stadt vor, sie bei wichtigen Entscheidungen übergangen zu haben. Nun formiert sich eine Bürgerinitiative, die das Vorhaben als verfahrenswidrig kritisiert und große Investoren 'tonline' sieht.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein Bauvorhaben, das ursprünglich eine Erweiterung des Josef-Peil-Wegs mit Ein- und Zweifamilienhäusern vorsah. Nach Protesten der Anwohner wurden diese Pläne fallen gelassen. Doch das aktuelle Projekt – neun Wohneinheiten – wurde vorangetrieben, wobei die Zufahrt nun über den Elbinger Ring und den Josef-Peil-Weg führen soll. Der bestehende Zugang über die Buschstraße darf laut örtlichen Vorschriften für den Neubau nicht genutzt werden.
Erst Mitte 2022 erfuhren die Anwohner von den Plänen – kurz bevor die Baugenehmigung erteilt wurde. Eine Bürgerpetition für eine Überprüfung des Verfahrens wurde eingereicht, doch die Verwaltung besteht darauf, dass keine weitere Zustimmung durch Rat oder Ausschuss erforderlich sei. Die Initiative wirft der Stadt hingegen vor, rechtliche Urteile falsch auszulegen: Nur ein Grünstreifen hätte den Bau rechtlich verhindern können. Zudem werfen die Aktivisten großen Investoren 'welt' Vorzugsbehandlung vor – etwa durch erlassene Erschließungsbeiträge und Ausnahmen von den üblichen Quartiersregeln. Ihre Forderungen umfassen strengere Bauvorschriften, etwa zwei private Stellplätze pro Einheit, um das Verkehrschaos auf der Straße zu verringern.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt wird am 22. Januar über die Petition abstimmen. Zwar könnte die Genehmigung widerrufen werden, doch der Bauherr könnte eine solche Entscheidung gerichtlich anfechten. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Projekt wie geplant umgesetzt wird – oder ob die Anwohner eine Neuprüfung der Auswirkungen auf ihre verkehrsberuhigte Straße erzwingen können.
Die Abstimmung am 22. Januar wird über das Schicksal der Petition entscheiden, auch wenn rechtliche Schritte folgen könnten. Bleibt die Genehmigung bestehen, entstehen neun neue Wohneinheiten – und damit mehr Verkehr auf dem Josef-Peil-Weg. Die Anwohner kämpfen weiter für strengere Auflagen und argumentieren, dass der aktuelle Plan den Charakter ihres Viertels nicht ausreichend schützt.
