01 May 2026, 22:09

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Plakat mit dem Text "Abgesagte verbleibende Öl- und Gasförderlizenzen im Arctic National Wildlife Refuge" mit Bildern von Solarpanelen, Windrädern und einem bewölkten Himmel.

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltete am 17. Juni 2025 eine umstrittene Versteigerung fossiler Brennstoffe. Bei der Auktion wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke zur Erschließung angeboten, darunter 68 im brasilianischen Amazonasgebiet. Kritiker werfen dem Verfahren vor, von Anfang an Umweltvorschriften und die Rechte indigener Gemeinschaften ignoriert zu haben.

Die Versteigerung erfolgte ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinden – ein Verstoß gegen das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), das vor Projekten auf ancestralen Ländern eine Konsultation vorschreibt. Von den 47 Blöcken an der Amazonasmündung wurden 19 vergeben, die zusammen 16.312 km² Meeresgebiet umfassen.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) wurde vor den Konzessionsvergaben nicht durchgeführt. Die Bundesstaatsanwaltschaft beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Auktion und begründete dies mit Verfahrensmängeln und unzureichenden Impact-Studien.

Große Ölkonzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich bei der Versteigerung Blöcke. Indigene Führer wie Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura verurteilten den Schritt scharf und warnten vor Zerstörung, Verschmutzung und Krankheiten in der Region. Auch Gisela Hurtado von Stand.earth kritisierte die Auktion als Bedrohung für indigene Gebiete und als Widerspruch zum Pariser Klimaabkommen.

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Umweltorganisationen argumentieren, Brasilien verpasse hier die Chance, sich hin zu erneuerbaren Energien zu wenden. Das Land verfügt über großes Potenzial in Wind-, Solar- und Wasserkraft. Stattdessen untergräbt die Auktion die Glaubwürdigkeit Brasiliens als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 und sendet widersprüchliche Signale an die internationale Gemeinschaft.

Die Versteigerung stößt auf breite Ablehnung, da sie rechtliche Schutzmechanismen und Umweltprüfungen umging. Mit den nun an multinationale Konzerne vergebenen Erschließungsrechten könnte die Entscheidung langfristige Folgen für die Ökosysteme des Amazonas und die indigenen Gemeinschaften haben. Rechtliche Klagen und internationale Kritik dürften folgen.

Quelle