Berlins Buchstabenmuseum schließt – doch was wird aus den DDR-Relikten?
Jakob MaierBerlins Buchstabenmuseum schließt – doch was wird aus den DDR-Relikten?
Berlins Buchstabenmuseum mit 3.500 Neonleuchtbuchstaben schließt am Montag seine Türen
Steigende Kosten und rückläufige Besucherzahlen seit der Pandemie haben die Schließung erzwungen. Gründerin Barbara Dechant, die das Museum seit zwei Jahrzehnten privat finanziert, steht nun vor der Herausforderung, dessen Fortbestand zu sichern.
Die Sammlung des Museums birgt großen kulturellen Wert: Sie bewahrt Schilder aus Berlin, anderen deutschen Regionen, Österreich und der Schweiz. Viele Stücke stammen noch aus der DDR-Zeit und geben Einblicke in die Stadtgeschichte. Zu den Exponaten zählt das ikonische "Dekorative Fisch"-Schild, das Anfang der 1980er-Jahre am Frankfurter Tor in Friedrichshain installiert war. 1999 entstand eine Replik, während das Original heute zum Museumsbestand gehört.
Bis Jahresende bleibt das Museum an seinem aktuellen Standort, doch ein neuer Standort steht noch nicht fest. Dechant und ihr Team prüfen Optionen, darunter die Suche nach Lagerflächen und einer Institution, die den Betrieb übernehmen könnte. Die Schließung folgt auf Jahre finanzieller Belastung: Energie- und Betriebskosten stiegen, während die Besucherzahlen sanken.
Ohne feste Bleibe bleibt die Zukunft des Buchstabenmuseums ungewiss. Die Sammlung – darunter das "Dekorative Fisch"-Schild – verkörpert Jahrzehnte urbaner und DDR-Geschichte. Ob diese Neon-Relikte der Öffentlichkeit erhalten bleiben, hängt von den Bemühungen um einen Umzug oder eine Neugründung ab.
