Bergische IHK scheitert an Dialog: Politik boykottiert Wirtschaftsgipfel zu Bürokratie und Infrastruktur
Lukas WolfBergische IHK scheitert an Dialog: Politik boykottiert Wirtschaftsgipfel zu Bürokratie und Infrastruktur
Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat kürzlich ein Treffen mit Abgeordneten aus der Bergischen Region veranstaltet, um drängende Probleme der regionalen Wirtschaft zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die steigende Bürokratielast, die marode Verkehrsinfrastruktur und die Herausforderungen der Energiepolitik. Die Veranstaltung machte zudem politische Gräben deutlich, da einige Parteien kurzfristig ihre Teilnahme absagten.
Die Vollversammlung der IHK hatte zuvor mit großer Mehrheit für einen Dialog mit allen gewählten Volksvertretern votiert. Dennoch nahmen Abgeordnete von SPD und Grünen nicht teil – aus politischen Gründen. Auch CDU-Mitglieder hatten ihre Teilnahme zunächst zugesagt, sagten dann aber kurz vor der Diskussion ab.
Während des Treffens kritisierte IHK-Präsident Henner Pasch die wachsende Belastung durch Bürokratie für Unternehmen. Er erklärte, dass Betriebe zunehmend mehr Zeit und Geld aufwenden müssten, um neue regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Pasch bemängelte zudem Verzögerungen bei öffentlichen Lösungen und machte übermäßige Bürokratie für die stockende Entwicklung verantwortlich.
Ein weiteres zentrales Thema war die Verkehrsinfrastruktur. Wirtschaftsvertreter zeigten sich besorgt über den sich verschlechternden Zustand von Straßen, Schienen und Brücken sowie die langsamen Fortschritte bei Sanierungen. Ebenso hoch auf der Agenda stand die Energiepolitik: Gefordert wurde eine stabile und bezahlbare Energieversorgung, um die lokale Industrie zu stärken.
Marcel Hafke (FDP) und Dr. Hartmut Beucker (AfD) teilten viele der vorgebrachten Kritikpunkte. Beide betonten, dass Lösungen nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch von Bund und EU kommen müssten.
Die Diskussionen spiegelten die tiefe Frustration der Wirtschaft mit bürokratischen Hürden und Infrastrukturproblemen wider. Während einige politische Vertreter sich einbrachten, blieben andere fern – wichtige Debatten damit ungelöst. Die IHK kündigte zudem an, im Vorfeld der Europawahl 2024 eine Podiumsdiskussion zu veranstalten, um die Themen weiter voranzutreiben.






