Bayreuther Festspiele rudern nach Absage von Michel-Friedman-Veranstaltung zurück
Lukas WolfBayreuther Festspiele rudern nach Absage von Michel-Friedman-Veranstaltung zurück
Das Bayreuther Festspielhaus hat kürzlich eine nicht öffentlich angekündigte Veranstaltung mit Michel Friedman abgesagt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Die Entscheidung wurde später zurückgenommen; die Festspielleitung entschuldigte sich bei Friedman. Die Veranstaltung wird nun wie geplant stattfinden.
Die Süddeutsche Zeitung hatte zunächst über die Absage berichtet und dabei aufgeführt, dass das Festspielhaus Sicherheitsbedenken als Begründung nannte. Die Bayreuther Festspiele setzen sich seit Langem mit ihrer historischen Verstrickung auseinander – etwa mit Richard Wagners Antisemitismus –, unter anderem durch Gedenkveranstaltungen und Symposien. Dabei wird auch die Rolle der Familie Wagner während der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert.
Dirigent Christian Thielemann erklärte, dass Gespräche über die Veranstaltung bereits vor über einem Jahr geführt worden seien, er jedoch nie offiziell zugesagt habe. Die Festspielleitung präzisierte, dass es nie konkrete Absprachen mit Friedman gegeben habe. Dennoch prägten jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko in der Vergangenheit maßgeblich die musikalische Ausrichtung des Festivals.
Michel Friedman gab an, ihm sei die umstrittene Geschichte der Festspiele nicht bekannt gewesen. Nach der anfänglichen Absage entschuldigten sich die Verantwortlichen und bestätigten die Durchführung der Veranstaltung. Mit der Entschuldigung des Festspielhauses wurde der akute Konflikt beigelegt. Die Veranstaltung mit Michel Friedman wird nun stattfinden. Sicherheitsfragen und historische Sensibilitäten bleiben jedoch zentrale Aspekte für die künftige Programmplanung.






