BaFin weitet Prüfung gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraktiken aus
Jakob MaierGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Prüfung gegen Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraktiken aus
Die Gerresheimer AG steht nun unter verstärkter Prüfung durch die deutsche Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde kündigte an, eine bestehende Untersuchung auszuweiten und zudem ein neues Verfahren gegen die Geschäftspraktiken des Unternehmens einzuleiten.
Der jüngste Schritt der BaFin folgt auf frühere Kritik an der Handhabung sogenannter "Bill-and-Hold"-Verträgedurch Gerresheimer. Bei solchen Vereinbarungen werden Waren bereits vor der Auslieferung in Rechnung gestellt – eine Praxis, die gegen Regeln zur Umsatzrealisierung verstoßen und zu einer künstlichen Aufblähung der Finanzkennzahlen führen kann. Regulierungsbehörden hatten bereits zuvor gewarnt, dass derartige Methoden die finanziellenergebnisse* verfälschen könnten.
Die zusätzliche Untersuchung konzentriert sich auf den Zeitraum zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 31. Mai 2025. Konkrete Vorwürfe, die zu diesem neuen Ermittlungsverfahren führten, nannte die BaFin bisher nicht.
Die Bekanntgabe der erweiterten Prüfung löste umgehend Reaktionen an den Märkten aus: Nach der Ankündigung brach der Aktienkurs von Gerresheimer im nachbörslichen Handel deutlich ein.
Das Unternehmen muss sich nun einer vertieften Überprüfung seiner Bilanzierungspraktiken in den genannten Monaten stellen. Die ergebnisse der BaFin-Untersuchung könnten weitreichende Folgen für die Finanzberichterstattung von Gerresheimer und das Vertrauen der Anleger haben.
