Ascheberg startet Pilotprojekt: Sozialkarte für Geflüchtete statt Bargeld
Lukas WolfAscheberg startet Pilotprojekt: Sozialkarte für Geflüchtete statt Bargeld
Ascheberg führt als erste Kommune in der Region 'Sozialkarte' für Geflüchtete ein
Ascheberg ist die erste Gemeinde in ihrer Region, die eine 'Sozialkarte' für Geflüchtete einführt. Das neue System ersetzt Bargeldzahlungen durch eine vorbelastete Visa-Karte, die die Unterstützung vereinfachen und die Ausgaben kontrollieren soll. Bis März 2026 sollen alle Geflüchteten in der Stadt die Karte nutzen, während auch benachbarte Gebiete ihre Einführung vorbereiten.
Die 'Sozialkarte' funktioniert wie eine herkömmliche Visa-Debitkarte und ermöglicht Inhabern alltägliche Einkäufe überall dort, wo Visa akzeptiert wird. Anders als bei klassischen Barleistungen sind bestimmte Transaktionen eingeschränkt – etwa internationale Geldüberweisungen oder größere Bargeldabhebungen. Die Behörden argumentieren, dass dies Zahlungen vereinfache und den Verwaltungsaufwand für die lokalen Behörden verringere.
Das System wird derzeit im Kreis Coesfeld nach dem Vorbild Aschebergs eingeführt. Doch in Nordrhein-Westfalen ist die Verbreitung noch begrenzt: Nur jede dritte Kommune plant die Umsetzung. Nachbarstädte wie Lüdinghausen, Olfen, Dülmen und Nordkirchen haben die Karte bereits übernommen, während größere Städte wie Münster das Modell abgelehnt haben. Kritik gibt es vor allem an den Einschränkungen der Karte. Der Flüchtlingsrat moniert die niedrigen Limits für Bargeldabhebungen und warnt, dass Geflüchtete dadurch in Situationen geraten könnten, in denen sie flexiblen Zugang zu Geld benötigen.
Bis Anfang 2026 soll die 'Sozialkarte' in Ascheberg für Geflüchtete zum Standard werden, mehrere umliegende Gemeinden ziehen nach. Während Befürworter die Effizienz und bessere Kontrollmöglichkeiten betonen, stoßen die Beschränkungen des Systems auf Widerstand. Langfristig wird sich zeigen, wie weitreichend die Einführung erfolgt und wie sich Geflüchtete an die neue Zahlungsweise anpassen.
