Arnsberg gedenkt 2026 mit 19 neuen Stolpersteinen jüdischer NS-Opfer
Moritz RichterArnsberg gedenkt 2026 mit 19 neuen Stolpersteinen jüdischer NS-Opfer
Arnsberg ehrt 2026 jüdische Opfer des Nationalsozialismus mit neuen Stolpersteinen. Der Künstler Gunter Demnig wird am 26. Januar 2026 persönlich 19 der Gedenksteine in der Stadt verlegen. Die öffentlichen Zeremonien finden in vier Stadtteilen statt, wobei Schülerinnen und Schüler aus örtlichen Schulen in die Veranstaltungen eingebunden sind. Forscher haben das Schicksal von 46 jüdischen Opfern aus der Region rekonstruiert, darunter das von Edith Grüneberg, die mit sieben Jahren deportiert und im belarussischen Maly Trostinez ermordet wurde. Der Stadtrat hat die Verlegung der Steine genehmigt, die als dauerhafte Mahnmale an die im Nationalsozialismus Ermordeten erinnern sollen. Der erste Stolperstein wird um 12:00 Uhr in Oeventrop an der Kirchstraße 41 gesetzt. Eine zweite Verlegung folgt 45 Minuten später im Arnsberger Stadtzentrum am Alten Markt 3. Die dritte Zeremonie findet in Hüsten statt, wo um 13:30 Uhr ein Stein an der Adenauerstraße 19 verlegt wird. Die letzte Installation des Tages beginnt gegen 14:00 Uhr in Neheim an der Langen Wende 75. Alle Veranstaltungen sind öffentlich, und Schülerinnen und Schüler aus der Region wirken mit. Die Steine erinnern an Menschen, deren Leben durch Verfolgung ein gewaltsames Ende fand – darunter auch Kinder wie Edith Grüneberg. Ihr Schicksal – 1935 in Arnsberg geboren, 1942 deportiert und in Belarus ermordet – steht exemplarisch für die Tragödie, die Historiker wie Peter Kleine, Reiner Ahlborn und andere aufgedeckt haben. Das Projekt basiert auf jahrelanger Recherche eines Teams aus elf lokalen Historikern, die Opfer aus Arnsberg und den umliegenden Stadtteilen identifizierten. So sollen ihre Namen und Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Die Stolpersteine verankern diese Erinnerungen im Stadtbild und laden Passanten zum Innehalten und Gedenken ein. Die 19 neuen Steine ergänzen Demnigs langjähriges europäisches Gedenkprojekt. Erstmals werden in Arnsberg damit auch Stolpersteine in Oeventrop, Hüsten und Neheim verlegt. Die Zeremonien am 26. Januar bieten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, mehr über die Opfer und die Hintergründe der historischen Aufarbeitung zu erfahren.
