Apotheken schließen bundesweit: Protest für faire Medikamentenpreise und Überlebenskampf der Branche
Moritz RichterApotheken schließen bundesweit: Protest für faire Medikamentenpreise und Überlebenskampf der Branche
Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März zu Massenprotesten
Am 23. März bleiben Apotheken bundesweit geschlossen – als Teil einer groß angelegten Protestaktion. Die vom Apothekerverband Nordrhein (AVNR) organisierte Demonstration fordert höhere Abgabegebühren für verschreibungspflichtige Medikamente. Apothekeninhaber und Mitarbeiter wollen sich in mehreren Großstädten an Kundgebungen beteiligen.
Der AVNR ruft Apotheker auf, zahlreich teilzunehmen – idealerweise in weißen Kitteln gemeinsam mit ihren Teams. Proteste sind in Berlin, München, Hannover und Düsseldorf geplant. In Düsseldorf beginnt die Kundgebung um 11 Uhr am Burgplatz, die Hauptveranstaltung dauert von 12 bis etwa 13 Uhr.
Kernforderung des Verbandes ist die Erhöhung der festen Abgabegebühr von 8,35 Euro auf 9,50 Euro. Die Begründung: Seit 2013 seien die Kosten um 65 Prozent gestiegen, während die Gebühren auf demselben Niveau verblieben seien. Fast 20 Prozent der Apotheken hätten in diesem Zeitraum schließen müssen – wie viele weitere folgen werden, ist unklar.
Zudem lehnt der AVNR Pläne für "Apotheken ohne Labor" oder "ohne Apotheker" ab. Man bestehe auf die vollständige fachliche Betreuung. Die Organisatoren gehen davon aus, dass es seitens der Behörden keine Einschränkungen während der Proteste geben werde.
Mit der bundesweiten Schließung will die Branche gerechtere Finanzierung durchsetzen und weitere Apothekenpleiten verhindern. Angesichts steigender Kosten und stagnierender Gebühren warnt der Sektor vor zunehmender wirtschaftlicher Belastung. Das Ergebnis der Proteste könnte die künftige Politik bei der Apothekenvergütung beeinflussen.
