30 March 2026, 16:14

Anna Netrebko triumphiert an der Staatsoper – doch Proteste überschatten die Premiere

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Anna Netrebko triumphiert an der Staatsoper – doch Proteste überschatten die Premiere

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Produktion, Teil des Festspielprogramms, erntete im Saal begeisterten Applaus, während vor dem Haus Proteste stattfanden.

Rund 50 Demonstranten versammelten sich vor der Vorstellung, schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen Netrebkos Auftritt. Die fast dreistündige Oper wurde vom Publikum und den Musikern mit großer Anerkennung bedacht. Netrebko, die die Rolle der Amelia verkörperte, erhielt besonders enthusiastischen Beifall. Regisseur Rafael R. Villalobos verpasste der Inszenierung einen modernen Anstrich, indem er Elemente der queeren Ballroom-Kultur und Bezüge zur AIDS-Krise einwebte.

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Draußen riefen die Protestierenden Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebkos früheren Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin wider, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml. Die Sängerin ist seitdem nicht nach Russland zurückgekehrt und besitzt sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Intendantin Elisabeth Sobotka betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert. Ihr Comeback an der Staatsoper folgt einem Muster der letzten Jahre: Ausverkaufte Vorstellungen und begeisterte Reaktionen im Inneren stehen kleinen, aber hartnäckigen Protesten draußen gegenüber. Auch ihr letzter Auftritt in Berlin – als Abigaille in Nabucco im März 2026 – verlief nach ähnlichem Schema.

Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich den Graben zwischen Netrebkos künstlerischer Rezeption und der politischen Kontroverse um ihre Person. Während das Publikum ihre Darstellung feierte, hielten die Demonstranten vor dem Haus den Druck auf die Institution aufrecht. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, bleibt ein öffentlich diskutiertes Thema.

Quelle