20 November 2025, 08:09

Altersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job später kaum Rente haben

Eine gebrochene Wand mit verstreuten roten Ziegeln, ein geparktes Auto, eine Topfpflanze und ein Gebäude mit einer "Kautionsbürgschaft"-Aufschrift auf einem Werbeplakat.

Altersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job später kaum Rente haben

Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland sehen sich einem wachsenden Risiko ausgesetzt, im Rentenalter in Armut zu geraten. Neue Zahlen zeigen, dass selbst Arbeitnehmer mit moderaten Gehältern später im Leben in finanzielle Not geraten könnten. Steigende Inflation und regionale Lohnunterschiede verschärfen die Lage für viele Beschäftigte.

2024 verdienen rund 9,2 Millionen Vollzeitkräfte weniger als 3.500 Euro pro Monat – und laufen damit Gefahr, nach dem Renteneintritt unter die Armutsgrenze zu fallen. Experten warnen, dass ein Bruttomonatsgehalt von etwa 3.300 Euro – das entspricht rund 20 Euro pro Stunde – nötig ist, um eine Rente oberhalb der Armutsschwelle zu sichern.

Die finanzielle Schere geht weiter auseinander: Wer bereits jetzt unter der Armutsgrenze lebt, hatte 2024 nur noch 914 Euro pro Monat zur Verfügung – 2020 waren es noch 981 Euro. Die Inflation hat die Kaufkraft aufgezehrt, sodass vielen noch weniger Geld für den Lebensunterhalt bleibt.

Regionale Unterschiede spielen dabei eine große Rolle: In Ostdeutschland verdienen 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 3.500 Euro, in Hamburg sind es nur 15 Prozent. Die durchschnittlichen Bruttolöhne im Osten (3.294 Euro) liegen 14 Prozent unter denen im Westen (4.527 Euro) – bedingt durch strukturelle Faktoren wie Branchenmix und Wirtschaftsleistung. Besonders betroffen sind Frauen, deren Rentenansprüche im Schnitt 31,4 Prozent niedriger ausfallen als die der Männer.

Die gesetzliche Rente deckt bei Über-65-Jährigen mittlerweile nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens ab. Um die Lücke zu schließen, raten Experten zu privater Altersvorsorge. Auch Renteninformationen können Rentnern helfen, besser zu planen und Geld zu sparen. Eine Neuregelung ab 2026 wird die Hinzuverdienstgrenze für Minijobs anheben, sodass Rentner leichter ihr Einkommen aufbessern können.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kombination aus Niedriglöhnen, Inflation und regionalen Lohngefällen treibt immer mehr Arbeitnehmer in die Altersarmut. Ohne zusätzliche private Rücklagen werden viele ihren Lebensstandard nicht halten können. Die geplante Anpassung der Minijob-Regeln durch die Regierung soll zwar etwas Entlastung bringen – doch langfristige Finanzplanung bleibt entscheidend.